336 VI. Die Kämpfe um Deutschlands Einigung
trotzdem bis an die Schäferei von Langenhof vor, wo es größtenteils zer-sprengt wurde. Dann sammelte sich die Division bei Rosnitz und zogum 5 Uhr über Knklena ab.
Etwas später kam die 3. Reservedivision, Graf Condenhove, bei Stresetitzzum Kampfe mit den preußischen 3. Dragonern, sodann mit den 11. Ulanen,den 1. Gardedragonern, den Blücherhusaren und einzelnen Eskadrons vonden 1. Garde- und den 7. Ulanen. Die Division attackierte nach ver-schiedenen Richtungen hin, erhielt von Stresetitz und von Problus herheftiges Artillerie- und Jnfanteriefeuer und zerstäubte, jagte dann durchdie zur Aufnahme entwickelte Brigade Abele hindurch und vermehrte dieUnordnung bei den abziehenden Massen. Immerhin hatte das entschlosseneVorgehen von etwa 40 kaiserlichen Schwadronen das Nachdrängen derSieger erheblich aufgehalten und dem geschlagenen Heere etwas Luft ge-macht. Der Verlust war freilich groß. 72 Offiziere, 1258 Mann bliebentot und verwundet auf dem Platze, dazu 1903 Pferde. Auf preußischerSeite hatte jede einheitliche Verwendung und Leitung gefehlt. 31 Schwa-dronen waren im ganzen beteiligt, die 31 Offiziere, 409 Mann, 206Pferde einbüßten.
Von allen Seiten drängten die Mafien der beiden preußischen Armeennach. Bei Langenhof trafen ihre Flügel zusammen. Sobald das Geländevon der österreichischen Kavallerie frei war, ließ Prinz Friedrich Karl 12Batterien der I. Armee in die Linie Stresetitz—Langenhof vorholen, denensich 6 der Garde zwischen Langenhof und Rosberitz anschlössen, während7 vom 1. Armeekorps, 2 von der 7. Division am Südabhange der Höhenvon Chlum auffuhren. Auf den Höhen von Wsestar und Sweti erschienen54 verfügbare Geschütze des 6. Armeekorps. Alle diese Feuerschlünde ent-sandten ihre Geschosse in die zurückströmenden österreichischen Heeresmassen.Die 1i. Division, von Nedelist kommend, drang gegen Rosnitz und Brizavor. Von der zwischen beiden wacker ausharrenden österreichischen Ar-tillerie fielen 23 Geschütze sowie in den Ortschaften viele Gefangene inihre Gewalt.
Der linke Flügel der II. Armee näherte sich so auf 2000 Meter Ent-fernung dem rechten der Elbarmee, der im Brizaer Walde stand. AlleTruppen drängten gegen die Mitte des von ihnen umfaßten Raumes zu-sammen. Der Kreis war beinahe geschlossen. An die Entwirrung desKnäuels war im Augenblick nicht zu denken. Lange Artillerielinien vor-wärts von Plotist, Ziegelschlag und Kuklena, im ganzen noch 170 öster-reichische Geschütze, nahmen das Feuer gegen die zusammengebrachten 198preußischen auf. Ein gewaltiger Artilleriekampf endete die Schlacht.