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Angriff gar nicht darbieten. Sie hatten sich noch am 23. nordöstlich ge-wendet, um gleichfalls das Hügelland von Sommacampagna zu gewinnen.Das Ausweichen der österreichischen Kavallerie bestärkte den König in derAnsicht, daß er vorwärts Verona keinen ernsten Widerstand finden werde.Von der schnellen Versammlung der Österreicher hatte er keine Nachrichterhalten.
Am 24. Juni setzte er den Marsch in der eingeschlagenen Richtung fort.Auf dem rechten Flügel ging das 2. Korps, das zwei seiner Divisionen vorMantua gelassen hatte, über Roverbella vor — die Kavalleriedivision Sonnazsicherte die rechte Flanke. In der Mitte bewegte sich das 3. Korps mitallen 4 Divisionen gegen Villafranca, zur Linken des 1., das eine Divisionvor Peschiera gelassen hatte, in der Richtung gegen Sommacampagna undCastelnovo. Der König hoffte die 15 Kilometer lange Front Villafranca—Sommacampagna—Castelnovo ohne Kampf zu erreichen. 100000 Italienerrückten gegen 73000 Österreicher an.
Diese vollzogen zunächst eine große Linksschwenkung, für die das 9. Korpsbei Sommacampagna den Drehpunkt bilden, daneben das 7. nach Zerbare,das 5. nach San Rocco di Pallazzuolo, die Reservedivision nach Oltosivorgehen sollte. Sie stießen dabei alsbald im Hügellande auf die an-rückenden italienischen Divisionen. Es kam also zur
Begegnungsschlacht von <Lustozza am 2H. Juni 1,866(S. Skizze 33)
Der Kampf begann auf dem österreichischen rechten Flügel bei der Re-servedivision am Monte Cricol und setzte sich bald nach links fort auf dieHöhen von Belvedere und Monte Croce zum 5. und 9. Korps. Die3 Divisionen des italienischen 1. Korps stießen dort aus die gesamte öster-reichische Armee, abgesehen von der Kavalleriedivision, die sich in derEbene von Villafranca entwickelte. Obwohl auch die anfangs vor Peschierazurückgelassene Division der Italiener herankam, gestaltete sich der Kampfdennoch für sie sehr bald ungünstig. Die größere Tüchtigkeit der kaiser-lichen, vom Vertrauen auf ihren Führer beseelten Truppen machte sichfühlbar; nur die italienische Division Brignone setzte sich erfolgreich aufden Höhen von Belvedere und Monte Croce fest. In der Ebene vonVillafranca warfen Angriffe der österreichischen Reiterei die vordersten Trup-pen der dort erscheinenden zwei Divisionen des 3. italienischen Korps,Prinz Humbert und Bixio sowie die Kavalleriedivision zurück, die dannuntätig bei Villafranca verblieben. General Lamarmora vermochte daher