353
Poübergang bei Ferrara erleichtern. Dieser General sollte dann im Rückender Österreicher auf Padua und Vicenza Vordringen. Dem methodisch undvorsichtig gedachten Plane widerfuhr das Schicksal der meisten Pläne dieserArt; er scheiterte vollständig.
Am 20. Juni wurde die italienische Kriegserklärung vor Mantua ab-gegeben; nachmittags 1 Uhr war sie in Verona bekannt. Erzherzog Al-brecht war jetzt schon entschlossen, die italienische Hauptarmee überraschendanzugreifen. Wenn der König den Mincio überschritt, wollte er ihm,durch Verona vorgehend, in die linke Flanke fallen, nötigenfalls jedochselbst den Mincio überschreiten und gestützt auf Peschiera die Schlachtsuchen. Er ließ am Po nur ein Jägerbataillon und ein Kavallerieregi-ment zurück, um Cialdini zu überwachen und versammelte am 21. Junidas ö. Korps, Rodich, hinter Verona, das 9., Härtung, bei Lonigo unddas 7., Maroicic , bei Montagnana. Die Kavallerie beobachtete am Mincio.
Am gleichen Tage erreichten die Italiener den Chiese und unteren Ogliound zwar das 2. Korps bei Marcaria, das 3. bei Asola, das 1. unter-halb, die Kavalleriedivision oberhalb Montechiari, wo Napoleon III. vorder Schlacht von Solferino sein Hauptquartier gehabt hatte. Garibaldibegann sein Vorgehen über Brescia in der Richtung auf Trient , wo ihmGeneralmajor Kühn mit der Tiroler Landesverteidigung gegenüberstand.
Am 22. Juni rückte die ganze österreichische Armee nach Verona—San-Bonifacio heran, die Kavallerie meldete vom Mincio das Eintreffen derItaliener und ihre Vorbereitungen für den Übergang. Tatsächlich trafan diesem Tage ihr 2. Korps vor Mantua, das 3. bei Gazzoldo, das 1.bei Cavriano ein, Cialdinis Armee bei Ferrara .
In der Nacht darauf begann schon der Übergang der Hauptarmee überden Mincio in breiter Front zwischen Goito und Monzambano; die öster-reichische Kavallerie wich langsam vor ihr zurück. Der Erzherzog schloßaus der Meldung von den Übergangsstellen, daß die Italiener gegen dieEtschstrecke Verona—Albaredo vorgehen würden. Sogleich war er ent-schlossen, seine Armee über die Etsch vorzuführen und sie vorwärts Veronaim Hügellande mit der Front gegen Süden zu entwickeln. Die Kriegs-brücken oberhalb Verona wurden vermehrt. Dort und bei Verona erfolgteam 23. der Übergang. Die Reservedivision war auf dem rechten Flügelherangezogen, die Kavalleriebrigade durch die Reiterei des Korps auf eineDivision verstärkt worden. Alles verlief glatt und pünktlich. Am 24. Juni3 Uhr früh sollte die Armee wieder aufbruchsbereit sein. Der Vorstoßgegen die linke Flanke der Italiener wurde in seinen Einzelheiten geordnet.
Allein die Italiener wollten, wie bekannt, dem Gegner die Flanke zum
Frhr. v, d> Goltz, Kricgsgeschichte II 23