352 VI. Die Kämpfe um Deutschlands Einigung
doch war dieser Teil seiner Heeresmacht seit den Vorgängen von 1848:1849 und 1859 der am meisten schlagfertige und zum schnellen Beginneines Feldzuges am besten vorbereitete gewesen. Wie bekannt, war Benedekbis zum Kriege ihr Oberbefehlshaber.
Sie zählte im ganzen 147^ Bataillone, 36 Eskadrons und 248Geschütze, etwa 143 000 Streitbare, jedoch war auch diese, den Italienernan Zahl weit nachstehende, Truppenzahl nur zum Teil im freien Feldeverfügbar. Die Feldarmee bestand aus dem 5., 7., 9. Armeekorps sowieeiner Reservedivision zu 2 Brigaden und einer selbständigen Kavallerie-brigade: 76 Bataillone, 24 Eskadrons, 163 Geschützen, rund 78000 Mann13 000 Mann waren zum Schutze von Südtirol, 16 000 in Jstrien undFriaul aufgestellt, das übrige zu Besatzungszwecken verwendet. Die öster-reichische Flotte versammelte sich auf der Reede von Fasana bei Pola; dieFlottille auf dem Gardasee wurde verstärkt.
Italien bildete zwei Feldarmeen, die eine unter dem Könige, mitGeneral Lamarmora als Stabschef, 3 Korps zu je 4 Divisionen und1 Kavalleriedivision, 110000 Mann an Gefechtsstand stark, am Mincio,die andere unter General Cialdini am unteren Po um Ferrara , erst 4,später 5, zuletzt 8 Divisionen, 70000 Streitbare zählend.
Von preußischer Seite riet man gerade aus dieser Richtung mit beson-derer Energie vorzudringen; denn bei Überschreitung des unteren Po wurdedas berühmte oberitalienische Festungsviereck Verona—Peschiera—Mantua—Legnago umgangen und eine Richtung eingeschlagen, die es erlaubte, dasHerz der österreichischen Monarchie bald zu bedrohen. Dabei konnte manvielleicht auch auf die Unterstützung durch die unzufriedenen Ungarn rechnen.Lamarmora aber verwarf diesen Plan als zu verwegen, wollte sicher gehen,erst das Festungswerk erobern und dann die Österreicher, die er südlichvon Padua vermutete, in der Front angreifen.
Erzherzog Albrecht , der auf österreichischer Seite, wie bekannt, den Ober-befehl übernahm, war über die Vorbereitungen der Italiener und ihrenAufmarsch gut unterrichtet. Er entschloß sich daher, seine Armee an derFrassine zwischen Lonigo und Moutagnana zu versammeln, um sich vondort aus entweder nach Verona oder nach Padua zu wenden und „denzunächst eine Blöße bietenden Gegner zu fassen".
Die italienische Hauptarmee stand vor Beginn der Feindseligkeiten mitdem 2. Korps bei Cremona, mit dem 3. bei Piacenza , mit dem 1. beiLodi , die Kavalleriebrigade vor dem linken Flügel am Oglio. Der Königwollte den Mincio überschreiten, sich dann des Hügellandes von Custozabemächtigen, so die Österreicher bei Verona fesseln und dadurch Cialdinis