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Eisenach—Grossenbehringen zusammen und rückte am 2. nach Vacha —Salzungen vor, während die Manteuffelschen Truppen sich bei Eisenach sammelten. Dabei ordnete er seine Divisionen neu und regelte ihre Zu-sammensetzung. Auf Eisenbahnbenutzung hatte er verzichtet. Die vorüber-gehend gegen die Hannoveraner entsendeten anderen Truppen kehrten zuihrer alten Bestimmung zurück. Das Gesuch der Kommandantur vonKöln, Truppen zum Schutze der angeblich bedrohten Rheinprovinz zu ent-senden, lehnte Falckenstein mit Recht ab, um seine Kräfte nicht zu zer-splittern.
Am 3. Juli trat er den Weitermarsch nach Fulda an. Die DivisionBeyer ging bis Geisa vor, die Division Goeben über Lengsfeld an denOchsebach; Manteuffel folgte bis Marksuhl . Am gleichen Tage trat PrinzKarl von Bayern seinen Flankenmarsch an, stieß aber an der Fulda schonauf preußische Truppen und versammelte daher sein Korps bei Kalten-Nordheim in starker Stellung. Das zum Aufsuchen der Verbindung nachFulda vorausgesaudte Kavalleriekorps meldete den Anmarsch starker preußi-scher Kräfte von Vacha, besetzte jedoch noch Hünfeld , das vom Feinde freigefunden wurde.
Die Versammlung der Bayern bei Kalten-Nordheim hätte Generalv. Falckenstein die Gelegenheit gegeben, schon jetzt einen kräftigen Schlaggegen sie zu tun. Aber er erfuhr nichts davon, blieb bei der Fortsetzungseines Marsches nach Fulda und trug nur der Division Goeben auf, einenVorstoß über Dermbach zu machen, um die Bayern zurückzuwerfen unddann zu folgen.
Dies führte zu den
Gefechten bei Dermbach am Juli
General v. Goeben, der über die Nähe starker feindlicher Kräfte genauerals der Oberbefehlshaber unterrichtet war und, dem erhaltenen Befehl nach,einen Erfolg auch nicht hätte ausnützen dürfen, ließ zwar die BrigadeKummer südlich auf Neidhartshausen und Zella, die Brigade Wrangelöstlich über Wiesental gegen die nächsten bayerischen Truppen der 3. und4. Division vorrücken, rief sie aber nach kurzem, erfolgreichem Gefecht baldwieder zurück. Nur um den Nebelberg zwischen Wiesental und Roßdorf , denGeneral v. Wrangel dem Drängen seiner Truppen nachgebend, stürmenließ, kam es zu lebhafterem Kampfe. Der Verlust betrug auf preußischerSeite 14 Offiziere, 330 Mann, auf bayerischer 27 Offiziere, 376 Mann.
Dann begnügte sich Goeben mit der Festhaltung von Dermbach undleitete den Marsch nach Westen ein. —