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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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Die Schlacht kommt auf dem rechten Flügel zum stehen

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südlich Point du Jour. Die Schlacht kam auf diesem Flügel zum Stehen;das Feuer ließ zeitweise nach. ,

Inzwischen war König Wilhelm mit seinem Gefolge von dem ursprüng-lichen Aufstellungspunkte bei Flavigny erst nach den Höhen von Rezon-ville, dann nach der Gegend von Malmaison vorgeritten, wo er um S Uhreintraf und übersah, daß die Entscheidung noch fern war. Sie sollte aufdem linken Flügel fallen, war aber, den voreiligen Meldungen zufolge,auf dem rechten erwartet worden.

Es erscholl jedoch um diese Zeit heftiger Schlachtenlärm von Nordenherüber.

Dort war das Gardekorps um 2 Uhr nachmittags bei St. Ail, seine

3. Brigade bei Habonville eingetroffen. Es wurde erkannt, daß auchdieses Korps, von dort rechts einschwenkend, noch keineswegs auf denrechten Flügel oder gar die Flanke der Franzosen treffen würde. Sogardas sestgebaute Ste. Marie-aux-Chsnes war von den Franzosen besetztund mußte erst genommen werden. Dazu sollte die Hilfe der Sachsenabgewartet werden, die über Batilly herankamen. Es wurde 3 Uhr, bisdie sächsischen Batterien westlich Ste. Marie gegen das Dorf auffahrenkonnten. Unter dem Feuer von 60 Geschützen warfen sich sächsische undpreußische Bataillone auf dasselbe und stürmten es, nach kurzem Kampfe,eine halbe Stunde danach. Einige Hundert Gefangene fielen in ihre Hand.

Wenig später nahm das 9. Korps Champenois, das sich bisher nochbehauptet hatte. Alle weiteren Anstrengungen einzelner Bataillone oderKompagnien, gegen die breite, geschlossene Front vorzudringen, blieben ver-geblich. Die Lage des 9. Korps gestaltete sich immer ernster; die 3. Garde-infanteriebrigade wurde ihm zur Verfügung gestellt.

Um Uhr etwa entschloß sich Prinz August von Württemberg , derkommandierende General des Gardekorps, zum Angriff, und Prinz Fried-rich Karl hieß diesen Entschluß gut. Er befahl zugleich dem bei ihm ein-getroffenen General v. Voigts-Rhetz, den Angriff mit dem 10. Korps zuunterstützen. St. Privat wurde jetzt für des Feindes rechten Flügel ge-halten.

Das auf der kahlen Höhe gelegene, aus großen steinernen Gebäudenbestehende und weithin sichtbare Dorf bildete das gemeinsame Ziel. Die

4. Gardebrigade ging aus der Gegend von Habonville gegen dessen Süd-ende, die Farm Jerusalem, die 1. Gardedivision etwa eine halbe Stundespäter von Ste. Marie gegen die Westseite vor. Als General v. Mansteindie Bewegung der Garde wahrnahm, ließ er die 3. Gardebrigade gegenAmanvillers antreten.