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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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Mac Mahons Entschluß zum Rückzug

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Märschen ihr scheinbar unnötige Anstrengungen auferlegt. Der unglück-liche Ausgang aller Zusammenstöße mit dem Gegner tat das übrige, umihr Vertrauen zu sich selbst und zur Führung zu erschüttern. Ahnungs-voll empfand jedermann kommendes schweres Unheil.

Das 7. Korps lagerte sich jenseits Sedan bei Floing , das 12. diesseits beiBazeilles.Tief erschüttert sammelte sich das S.Korps bei der östlichen Vor-stadt der Festung." Am Nachmittage folgte das 1. hinter den Givonnebach.Die Zerstörung der Brücken ober- und unterhalb der Festung war befohlen,aberbei der übergroßen Ermattung aller nicht ausgeführt worden".

Die sächsische Kavallerie, die die Maas oberhalb Mouzon überschritten,folgte den Abziehenden auf dem Fuße. Sie durchstreifte das Land zwischenMaas und Chiers, brachte Nachzügler und Versprengte als Gefangene ein.Das 12. Korps ging noch bis Douzy halbwegs Mouzon und Sedan vor,das 4. Korps blieb bei Mouzon .

Auch die III. Armee setzte ihre Bewegung nach Norden fort. IhreKavallerie streifte bis vor Sedan , die französischen Vorposten zurücktreibend.Die Bayern erreichten nahe von Remilly die Maas . Eine heftige Kanonadeentspann sich über den Fluß hinweg bei Bazeilles, und eine kühne Jäger-schar drang sogar über die Eisenbahnbrücke, deren Sprengung den Fran-zosen mißlang, vorübergehend in das Dorf ein, Schrecken und Unruhebeim Feinde verbreitend.

Das 11. und nahe dahinter das S. Korps gingen in der Richtung aufDonchery bis dicht an Sedan heran. Weiter westlich erreichten die Würt-temberger und die 6. Kavalleriedivision schon die Gegend südlich Mezieresund traten in Berührung mit dem dort an diesem Tage schon eintreffen-den Korps Vinoy. Bei Attigny, rückwärts an der Aisne , kamen das6. Korps und die 5. Kavalleriedivision an.

Auch die Deutschen hatten unter ungünstiger Witterung, starken Mär-schen und Beschwerden aller Art stark gelitten, aber die Siegeszuversichtund das unbedingte Vertrauen auf den königlichen Führer und seinenStern hielt ihre Kräfte aufrecht. Die Maasarmee war von Osten, dieIII. von Süden an die eng zusammengedrängte französische Armee heran-gerückt. Die III. Armee bedrohte sogar deren Rückzug auf Mezieresschon ernsthaft. Im großen deutschen Hauptquartier erwog man die Mög-lichkeit ihres Übertritts auf neutrales Gebiet. Die belgische Regierungwurde aufgefordert, in diesem Falle für ihre Entwaffnung Sorge zu tragen,das eigene Heer aber angewiesen, die Grenze gleichfalls zu überschreiten,wenn der Feind die Waffen dort nicht niederlege.Der König begab sich nach Vendresse.