458 VIII- Der Krieg von 1870/71
vorderste Bataillon breitete sich vor den Festungswällen aus und führtemit der Besatzung ein Feuergefecht. Ein um 1 Uhr nachmittags erfolgterGegenstoß wurde zurückgewiesen. Ähnlich erging es weiter nördlich beiGivonne, wo die Franzosen sich durch Angriffe gegen die Garde Luft zumachen versuchten, deren Batterien zum Stellungswechsel gezwungen wurden.Bei einem der Angriffe büßten sie selbst jedoch 10 Geschütze ein, die indas schon besetzte Givonne hineinfuhren.
Im Givonnetale nördlich vordringend, nahm die Gardekavallerie die Ver-bindung mit dem äußersten linken Flügel der III. Armee auf. Vor Jllybegannen die Franzosen allmählich zu weichen. Die Spuren der Auf-lösung wurden sichtbar. Fahrzeuge, Geschütze, Pferde, versprengte Infan-teristen in großer Zahl, ein General mit seinem Stäbe fielen dort denSiegern in die Hände.
Auch der Versuch, gegen Floing durchzubrechen, schlug den Fran-zosen fehl.
Bereits kreuzte sich das Feuer der Artillerie der III. Armee mit demder Batterien des Gardekorps an der Givonne. Der Aufenthalt auf derHochfläche von Jlly wurde heißer und heißer. Trotzdem zogen Truppendort hin und her. General v. Wimpffen hatte sich um Mittag persönlichvom Ernst des von Norden kommenden Angriffs überzeugt uud die ander Givonne noch als Rückhalt stehenden Divisionen nach Jlly berufen.Als er dann zum 12. Korps ritt, fand er dieses bereits in vollem Rück-züge und holte Verstärkungen vom 7. von der anderen Seite des Boisde la Garenne heran. Diese zum Teil sich kreuzenden Bewegungen voll-zogen sich unter dem von zwei Seiten kommenden Granathagel von etwa200 Geschützen der Angreifer. Die Unordnung wuchs.
Nur die Division Lieber: vom 7. Korps behauptete noch immer wackerdie Höhen nördlich Cazal. Um 1 Uhr nachmittags aber begannen starkeKräfte vom 5. und 11. Korps von Floing her auch diese Höhen zu er-steigen. Der Widerstand begann namentlich unter dem überwältigendenGeschützfeuer zu erlahmen. Andere Hilfe als Kavallerie war nicht in derNähe. Diese zögerte auch nicht, sich für die bedrängten Waffengefährtenzu opfern. General Margueritte brach mit 7 Regimentern gegen die An-greifer vor. Er fiel bald schwer getroffen; Gallifet übernahm nochmalsden Befehl. Aber auch dieser Stoß zerschellte, obwohl verwegene Reiter-haufen bis zur Enge von St. Albert durchbrachen, um dort von ankom-mender Infanterie in Empfang genommen und vernichtet zu werden. Nachhalbstündigein wilden Getümmel war alles vorüber. Reihenweise dicht neben-einander, wie sie geritten waren, lagen die Kürassiere und Husaren hin-