Aergcvlicher Durchbruchsversuch der Franzosen
457
Straße Sedan—Mezieres nördlich vor. Als diese von der Kavallerie freigefunden wurde, der Kanonendonner von der anderen Seite der Festungaber lauter und lauter herüberdröhnte, entschloß er sich zur Rechtsschwen-kung und nahm St. Menges zum Ziel. General v. Kirchbach hatte seinerVorhut sogar schon Fleigneux als solches bezeichnet, um den Franzosenauch den letzten Ausweg nach Belgien zu rauben. Nur die Württembergerblieben beobachtend gegen Mezieres stehen.
Glücklicherweise hatten die Franzosen den Engpaß von St. Albert zwischenBergwand und Fluß, am Ende der großen nach Norden gerichteten Maß-schleife, unbesetzt gelassen. Erst bei St. Menges stieß man auf den Feind,der bald zurückging. Die Preußen begannen sich gegen Jlly zu entwickeln.Zwei tapfere Kompagnien besetzten Floing uud behaupteten sich dort gegenwiederholte Angriffe.
Bei Jlly aber trat überlegene französische Artillerie auf, bereitete denersten erscheinenden preußischen Batterien einen schweren Stand und ver-wehrte auch den sich aus dem Engpaß herauswindenden Kompagnien dasweitere Vordringen. In beiden glaubte die droben auf der Höhe von Jllyhaltende französische Kavallerie eine willkommene Beute zu erkennen.General Marquis Gallifet, ein ausgezeichneter Kavallerist, stürzte sich mitgroßer Entschlossenheit, an der Spitze von drei Regimenter Chasseursd'Afrique und zwei Schwadronen Lanciers, auf sie. Aber am ruhigenSchnellfeuer der preußischen. Infanterie uud dem Granatenhagel der Ar-tillerie scheiterte die französische Reiterflut wie bei Wörth. Die Restesuchten Schutz im Bois de Garenne.
Nun drangen die Deutscheu auch auf dieser Seite unaufhaltsam vor.Südöstlich St. Menges fuhren die 14 Batterien des 11. Korps auf, da-neben die des 5. Mehr und mehr Infanterie quoll aus der Enge vonSt. Albert hervor, gegen Fleigneux hin den Feind umfassend. Im Kampfeum Floing siel General v. Gersdorff, der statt des bei Wörth verwun-deten Bose das 11. Korps führte, aber kein Zögern oder Schwanken tratein. Einen Durchbruch uach dem linken Maasufer zu verhindern, genügtedas dort zurückgebliebene 2. bayerische Korps vollkommen. Als um 10 UhrGarde, Sachsen und Bayern sich die Übergänge über die Garenne eröff-neten, war das Schicksal der Franzosen fast schon besiegelt, der Ring umsie beinahe geschlossen.
Von La Moncelle und Bazeilles aus trieben Sachsen und Bayern dieweichenden Gegner bis Fond de Givonne zurück; Balan wurde von denBayern nach leichtem, das am Ende des Dorfes im großen ummauertenPark gelegene Schloß, aber erst nach hartnäckigem Kampfe genommen. Das