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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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460 VIII. Der Krieg von 1370/71

Über die Givonne gefolgt und fuhr fort, ihre Geschosse in das dort sichbildende Gedränge hineinzuschleudern.Das knapp noch 3 l^in Seiten-länge umfassende Dreieck, in das die Armee von ClMons zusammengedrängtwar, wurde von einem Kreis von 456 deutschen Geschützen umschlossen."Eine Fortsetzung des Kampfes war in der Tat nicht mehr möglich. Seiti/z5 Uhr wehten die weißen Fahnen auf den Türmen von Sedan. BeiKönig Wilhelm erschien General Reille, Napoleons HI. Generaladjutant,mit dessen eigenhändigem Briefe:Nonsieur man trsre. ^'a/ant xumourir au milieu. äs luss trouxe3 il ns ms rsste ^u' a rsrneiitrö monex«e entrs Iss mainZ 6s Votrs Nieste."

Das große historische Ereignis war Wirklichkeit geworden, die französischeArmee und ihr Kaiser gefangen. Die Verhandlungen über die Waffen-streckung wurden während der Nacht in Donchery begonnen und nacheiner Unterbrechung am nächsten Vormittag zu Ende geführt. 2400 Offi-ziere, 83000 Mann kapitulierten, 21000 Mann waren schon vorher un-verwundet in deutsche Hand gefallen. 29 Generale, 800 Offiziere, 16000Mann bedeckten tot oder verwundet die Wahlstatt. Den Deutschen hattedieser glänzende Sieg nur 465 Offiziere, 8459 Mann gekostet. ReicheKriegsbeute fiel ihnen zu; 3 Fahnen, 419 Feld-, 139 Festungsgeschütze,66 000 Gewehre, über 1000 Fahrzeuge, 6000 noch brauchbare Pferde.

Die entwaffnete Armee wurde vorerst auf der Halbinsel von Jgesuntergebracht, dann nach Deutschland abgeführt. Auf belgischem Gebietwaren etwa 3000 Mann entwaffnet worden, eine erheblich größere Zahl,namentlich Kavallerie, zum Teil schon am 31. August ins Innere Frank-reichs entkommen.

Die Ereignisse vor Metz

Was hatte Bazaine getan, um seinen Waffengefährten während der großenKatastrophe zu Hilfe zu eilen? Er stand noch mit seinem Heer in denLagern von Metz . Die Einschließungslinie, mit der ihn die deutschenVorposten umgaben, war nicht weniger als 45 km lang. Hinter ihr lagenauf allen Fronten befestigte Stellungen, die anfangs nur flüchtig aufge-worfen waren, aber in fortdauernder Arbeit verstärkt wurden. Die Be-lagerer hatten alle Hände voll zu tun. Es mußte für Unterkunft gesorgtwerden, und dieses fiel um so schwerer, als ein großer Teil der Dörferrings um Metz während der Schlachten ausgebrannt war. Für viele Tau-sende von Verwundeten und Kranken war zu sorgen; auf den Schlacht-feldern hatte man in den ersten Tagen die vielen Leichen und Tierkadaverzu beerdigen, deren Ausdünstungen die Luft verpesteten. Die Gefahr an-