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des Steintores, das den Ausgang nach Schiltigheim bildet, wurde fürden Einbruch gewählt, trotzdem dieser leicht von drei Seiten zu umfassendeTeil der Hauptumwallung durch eine Anzahl kleinerer Werke besondersverstärkt war.
In der Nacht zum 2. September kam, nicht ohne Störung durch denFeind, der Bau der zweiten Parallele nur noch wenige 100 Meter vonden Wällen entfernt zustande. Der Feind antwortete freilich bei Tages-anbruch durch einen größeren Ausfall, wurde aber von der Überlegenheitder Belagerer schnell in seine Werke zurückgewiesen. Auch ein heftigesFeuer der Festungsartillerie folgte und erzwäng vorübergehend die Räu-mung des Arbeitsfeldes, verstummte aber schon um 9 Uhr früh unter demstarken Feuer der Angreifer. Ein nochmaliger Ausfall am nächsten Tage
hatte kein besseres Schicksal. Anhaltender Regen kam den Verteidigern inden nächsten Tagen zu Hilfe und verlangsamte die Angriffsarbeiten. Diesewurden außerdem nicht unwesentlich durch das Flankenfeuer der auf derNordwestfront am weitesten vorgeschobenen Lünette 44 aufgehalten. 6 Bat-terien mußten gegen diese erbaut werden, um sie zum Schweigen zu bringen.Als es geschehen war, fand man sie verlassen und besetzte sie nunmehr so,daß näher an den Platz herangegangen werden konnte. 96 gezogene Ka-nonen und 38 Mörser feuerten von da ab in kurzer Entfernung gegenFestung und Stadt. Jedes dieser Geschütze verbrauchte täglich 30 Ge-schosse, so daß in 24 Stunden deren an 4000 nach Straßburg hinein-fielen. Die große Finkmattkaserne ging in Flammen auf; das Steintorfiel fast völlig in Trümmer und mußte durch Sandsäcke geschlossen werden.
Nun galt es, die dicht davor gelegene Lünette 52 und 53 zu nehmen.Ihr Minensystem wurde durch einen unternehmenden Pionieroffizier unschäd-
Frhr. v. d. Goltz, Kriegsgeschichte H 31