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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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498 VIII. Der Krieg von 1370/71

für die Abführung der Gefangenen zu sorgen und mit mindestens zweiKorps nach der Gegend von Compiegne abzurücken.

Das 3., 9. und 10. Korps nebst der 1. Kavalleriedivision verbliebender II. Armee unter Prinz Friedrich Karl und rückten gegen die mittlereLoire ab.

Das 2. Armeekorps wurde nach Paris herangezogen.

Die Vorgänge auf dem südöstlichen Kriegsschauplatzin, Oktober l870

(S. Skizze 54)

Wir werfen zunächst einen Blick auf die Vorgänge des südöstlichenKriegsschauplatzes.

General v. Werder war nach dem Fall von Straßburg in südwestlicherRichtung durch die Vogesen vorgegangen. In der Voraussicht, daß es zugrößeren Kämpfen mit dem ganzen Korps vorläufig nicht kommen werde,hatte er seine 4 Brigaden durch Zuteilung von Artillerie und Kavallerieselbständig gemacht.

Bei Epinal stand der Feind. General Cambriels sollte dort an 30 000Mann gesammelt haben, um den Südosten Frankreichs zu schützen, wobeträchtliche Neubildungen von Truppen stattfanden. Schon an den Aus-gängen aus den Vogesenpässen kam es zu lebhaften Gefechten, die dem14. Korps 400, dem Feinde an 1400 Mann kosteten. General Cambrielssammelte die Seinen noch einmal bei Bruyeres (vergl. Skizze 51, S. 481),wurde aber auch von dort am 11. Oktober, dem Tage des Treffens vonOrleans , vertrieben.

Werder vermutete, daß die geschlagene Armee nach Süden abzöge undgab die ihm vorgeschriebene Richtung an die obere Seine auf, um sichvorerst gleichfalls südlich zu wenden. Hinter dem Oignon fanden dieFranzosen Verstärkungen und es kam hier am 22. Oktober zu neuen Ge-fechten. Außerdem wurden feindliche Streitkräfte auch bei Döle undAuxonne entdeckt; jedenfalls standen in jener Gegend schon mehr Feindeim Felde, als man erwartet hatte.

Cambriels hatte sich nach Besanyon gewendet, wo auch Gambetta ein-traf, um den Widerstand zu beleben, ohne den General zu neuem Vor-gehen bringen zu können.

Bei Dijon sollten starke Kräfte stehen. Zwei Brigaden unter Generalv. Beyer gingen dorthin vor und besetzten die sehr verteidigungsfähigeStadt nach leichtem Gefecht am 31. Oktober. Trotz diesem Erfolge ließ