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faßte er den unheilvollen Entschluß, die Leitung der Operationen selbst indie Hand zu nehmen.
Wer die Dinge rein äußerlich ansieht, begreift des jungen Diktators Un-geduld. Die Streitkräfte in Paris beliefen sich bereits auf 400000 Mann;die an der Loire wurden auf 223 000 berechnet, 40 000 waren im Nordenverfügbar; au der Eure stand ein in der Bildung begriffenes Korps unterGeneral Briand. Wenn solche Heeresmasfen, von französischem Elan ge-tragen, gemeinsam gegen die Hauptstadt vordrangen, schien der Erfolgnicht ausbleiben zu können. Überschätzte man die numerische Stärke der
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deutschen Truppen auf französischer Seite tatsächlich auch noch bei weitem,so hielt man sie doch immerhin für soviel schwächer, daß es leicht schien,sie zu erdrücken. Es fehlte den alten zögernden Generalen aus der Kaiser-zeit nur der Entschluß, um den großen Streit mit einem gewaltigen Schlagezu enden.
So stellten sich die Dinge der Phantasie Gambettas und seines Be-raters de Freycinet dar. Sie übersahen das einfache, nüchterne Hindernis,das sich dem kühnen Fluge ihrer Entwürfe entgegenstellte, den Mangelan Mannszucht und Manövrierfähigkeit so zahlreicher, frisch zusammen-geraffter Heeresmassen.
Gefährlich genug war freilich die Lage für die Deutschen. Die große