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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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Gefecht von Meung 585

ging man einer, zum Teil ganz frischen Armee von 110000 Mann ent-gegen, die zwischen der Loire und dem Walde von Marchenoir aufmar-schiert war. Freischaren, die in der Zahl nicht mitgerechnet sind, beglei-teten sie.

Am 7. Dezember noch stieß die 17. Division auf einen Feind, den dieKavallerie schon am 6. signalisiert hatte. Es kam zu einem ziemlich leb-haften Gefecht bei Meung, in welchem die Division Camü gegen Beäugen cyzurückgeworfen wurde.

Die Schlacht von Beaugency-tLravant am 3., c>. und ^0. Dezember ^370

(S. Skizze 63)

Der überraschend hartnäckige Widerstand der Franzosen veranlaßte denGroßherzog, seine Kräfte nach links hin zusammenzuziehen. Er verkürzteam 8. Dezember seine Front um die Hälfte. Die 22. Division schlugdie Richtung auf Cravant ein, wo die Bayern bereits in lebhaften! Kampfestanden. Sie traf im kritischen Augenblick ein. Die Bayern hatten zu-nächst einen französischen Vorstoß abzuweisen gehabt, waren dann bis andie Chaussee CravantBeaugency vorgedrungen, hatten sich aber an dieservor der Übermacht nicht halten können, sondern bis Beaumont zurück-weichen müssen. Dort nahmen 17 Batterien sie auf, und dem Vorstoßvon drei bayerischen Brigaden, die mittlerweile hier zusammenkamen, wichder Feind aus; die Stellung an der Chaussee wurde neuerdings ein-genommen. Nun brachten aber auch die Franzosen starke Artillerie heran.Eine gewaltige Kanonade entspann sich, die an die Schlachten aus derersten Zeit des Krieges erinnerte.

Das jetzt ganz entwickelte 17. französische Korps, an Sonis Stelle heutevon General Guepratte geführt, schickte sich gerade zum allgemeinen Angriffauf Cravant an, als nunmehr um 3 Uhr nachmittags die 22. Divisionmit der 4. Kavalleriedivision zur Rechten, die 2. zur Linken des bayerischenKorps eingriffen und den Feind in den Flanken faßten. Der gefährlicheStoß wurde abgewiesen. Freilich scheiterte ein bald danach unternommenerGegenangriff der Bayern , und diese mußten wieder bis Beaumont zurück.Aber darüber verging der Tag, und der Kampf endete ohne Entscheidung.Auf dem linken Flügel hatte die 17. Division einen neuen Vorteil gegenCamo erfochten und ihn nach hartnäckigem Kampfe aus Messas geworfen.Der gesamte linke Flügel der Franzosen blieb nahezu untätig. So konntesich die deutsche Minderzahl gegen die große französische Übermacht be-haupten.

Prinz Friedrich Karl schickte sich inzwischen an, seinen Vormarsch gegen