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Die geistigen und socialen Strömungen des neunzehnten Jahrhunderts / von Theobald Ziegler
Entstehung
Seite
581
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Max Stirner .

S81

Egoisten werden? Bewahre der Himmel, Wir wollen lieber dieEgoisten unmöglich machen! Wir wollen sie alle zuLumpen"machen, wollen, daß Alle nichts haben, damitAlle" haben"; oder:Was er hat, das macht den Mann. Und im Haben nnd anHabe sind die Lente ungleich. Folglich muß Keiner haben, wiedem Politischen Liberalismus zufolge Keiner befehlen sollte, d. h.wie hier der Staat allein den Befehl erhielt, so nnn die Gesellschaftallein die Habe." Zn dem Zweck machen es sich diese Socialenzur Ausgabe,die rechte Gesellschaft zu entdecken". Allein freimachen sie damit deu Menschen auch nicht: sie zwingen ihn zurArbeit, legen ihm eine Socialpflicht ans, unterwerfen ihn der Ober-hoheit einer Arbeitergesellschaft. Damit haben sie nnr den Herrnvertauscht, statt des Staates die Gesellschaft, und das isteinncncr Spuk, ein neues höchstes Wesen, das Uns in Dienst undPflicht nimmt". Positiv aber setzt Stirner dem Staat der Liberalen,der Arbeitergesellschaft der Socialen und der menschlichen Gesellschaftder Hnmauen einfach das Ich entgegen. Dieses ist dem Staatgegenüber ein Berbr'echer und hat der Gesellschaft gegenüber dieBefugnis zuzugreifen und zu nehmen, was es braucht.Nach derMeinung der Kommunisten soll die Gemeinde Eigentümerin sein.Umgekehrt Ich bin Eigentümer, und verstündige Mich nur mitAndern über mein Eigentum. Macht Mir's die Gemeinde nichtrecht, so empöre Ich Mich gegen sie und verteidige mein Eigentum.Ich biu Eigentümer, aber das Eigentum ist nicht heilig." An dieStelle des Staates und der Gesellschast aber setzt Stirner denfreien Verein von Egoisten, den weder ein natürliches noch eingeistiges Band zusammenhält uud der kein natürlicher nnd keingeistiger Bund ist.Der Verein besitzt nicht Dich, sondern Dubesitzest ihn oder machst ihn Dir zu uutze"; hier wird das Eigentumanerkannt, in ihn bringst Du Deine ganze Macht und Dein Ver-mögen und machst Dich geltend, in ihm lebst Du egoistisch undwas die Hauptsache istDu giebst ihn Pflicht- und treulos auf,wenn Du weiter keinen Nutzen aus ihm zn ziehen weißt."DerVerein ist nur Dein Werkzeug oder das Schwert, wodurch DuDeine natürliche Kraft verschärfst und vergrößerst, der Verein istsür Dich und durch Dich da; die Gesellschaft ist heilig, der