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Das Geld : Darlegung der Grundlehren von dem Gelde, insbesondere der wirtschaftlichen und der rechtsgiltigen Functionen des Geldes, mit einer Erörterung über das Kapital und die Übertragung der Nutzungen / von Karl Knies
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dass die geplante Beseitigung der AVertabschätzung der Waren inGeld eine pure Fiktion war. Die Bankagenten mochten immerhinden Wert etwa eines zur Disposition gestellten Quantums von 100Hüten in den auf den Tauschbillets angegebenen Quantitäten vonBrot, Stiefeln u. dergl. abgeschätzt verzeichnen da außerhalbder Anstalt überall Marktpreise in Geld für Hüte wie für Brot undStiefeln festgestellt wurden, so war eben nur eine Umrechnung ohnejede Spur einer Schwierigkeit vorzunehmen. Erst ein wirklichesallgemeines Verschwinden unserer Form für Preise würde sofortwieder die unerträglichen Hindernisse der Abschätzung des Wertesder Waren ohne Zuhilfenahme des Geldes in Wirksamkeit gebrachthaben. Es giebt eben viele Lebenserscheinungen, die nur dadurcheinen thatsächlichen Bestand gewinnen können, dass sie wie dieLebensgemeinschaft der Klöster, die Polygamie, das Cölibat derGeistlichen u. s. w. nur in sehr beschränktem Kreise auftreten.

Aber auch die Erleichterung des Umsatzes der Waren infolgeeiner Beseitigung des Geldes war eine Fiktion der Tauschbank.Selbstverständlich können auch hierbei besondere und besonderszu bezahlende Bemühungen einer Agentur Manches leisten undin einzelnen Fällen können (wie nachher noch zu erörtern) immer-hin direkte Umsätze sich bewerkstelligen lassen. Im Ganzen ge-nommen lassen sich aber keine Erleichterungen für die Abgabe derWaren an diesen Kreis von Anstalts - Mitgliedern ohne paralleleMislichkeiten für den Empfang des Gegenwertes aus demselbenKreise gewinnen. Wer seine Ware im gewöhnlichen Verkehr nichtgegen Geld verkaufen, d. h. nicht an einen zur Abnahme schon be-reiten Empfänger absetzen kann, der mag sie in der Halle oder inden Büchern der Bank absetzen, er muss jedenfalls dann auchdarauf gefasst sein, Waren zu empfangen, die er Geld in derHand nicht kaufen würde! Es kann hier Jemand bereit sein,Waren von Anderen zu nehmen, aber nur, wenn auch ihm seineAVaren und zwar zu dem ihm nötigen Preise abgenommen werden.Jenem Möbelhändler, der im Prozess gegen die Tauschbank klagte,dass ihm für seine Anweisungen nicht etwa Anweisungen auf Holz,Rosshaare, Möbelstoffe u. dergl., sondern auf Buchdruckerschwärze,Panamarinde, Kaffeemühlen, Bruchbänder, Tierärzte, SchullehrerKnies» Das Geld. II. Aufl. jg