Das Geschäft, das der Vater 18Z2 mitbegründet hatte,hatte bis zu seinem Tode keine großen Erfolge errungen. Derjüngste Lohn, der am iZ. August 1857 geboren war, trat,17 Jahre alt, sogleich nach dem Verlassen der Lchule, alsMitarbeiter ein. 1877 schied der nach dem Tode des Vatersverbliebene Mitinhaber aus, 1879 trat Albert Ballin als Teilhaber ein. Ihm war damit auch die Aufgabezugefallen, für Mutter und Geschwister, soweit sie nicht schonauf eigenen Füßen standen, zu sorgen. Das gelang ihm inkürzester Frist. Er widmete sich seiner Aufgabe mit demgrößten Fleiß und war den wenigen Mitarbeitern, die dasKontor beschäftigte, ein unermüdliches Vorbild. Die Abgangs-tage der Schiffe brachten gewöhnlich Arbeit bis tief in dieNacht, wie das in solchen Hamburger Kontoren in frühererZeit Regel war. Daß die Arbeit auch den Beifall der Auf-traggeber fand, dafür ist eine kleine Anekdote bezeichnend.Der Chef einer der ausländischen Linien, für welche die Firmaarbeitete, kam eines Tages nach Hamburg, um seine Agenturzu besuchen. Ihn empfing der jugendliche Ballin und ant-wortete auf die Frage nach Herrn Ballin mit seinem Namen,worauf er zur Antwort erhielt: »Ich wünsche nicht Lie zusprechen, junger Mann, sondern den Inhaber der Firma."Das Mißverständnis klärte sich rasch auf, und auf die besorgteFrage, ob der Besucher an der Führung der Geschäfte viel-leicht etwas auszusehen habe, kam die Antwort, daß man imGegenteil mit der Leitung der Geschäfte viel zufriedener seials früher.
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