Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

dampfern in seiner Bewegungsfreiheit stark beschränkt war.Dieser Typ von Schiffen war nicht völlig neu. Auch unterden Segelschiffen der alten Zeit, die Auswanderer beförderten,hatte es ähnliche bereits gegeben. Der Vorteil gegenüber demKajütsdampfer für den Reeder bestand in dem wefentlichniedrigeren Anschaffungspreis dieser Schiffe, die nur die ein-fachsten Einrichtungen für die Unterbringung und Verpflegungder Auswanderer hatten, keine mehr oder weniger kostspieligausgestatteten Salons und dgl. und ein verhältnismäßig ge-ringes Personal sowie infolge ihrer mäßigen Geschwindigkeitauch niedrigere Betriebskosten, so daß sie, selbst zu dem bil-ligen, im Vertrage angenommenen Awischendeckspreis, einrelativ besseres finanzielles Ergebnis erzielten als die Kajüts-dampfer, aber auch als reine Zrachtdampfer.

So machte sich denn auch der neue Konkurrent der Packet-fahrt alsbald empfindlich fühlbar, zumal die Zahl der Dampferder Larr-Linie wuchs; bis zum Jahre 1885 waren an Stelleder ursprünglichen zwei Dampfer fünf getreten. Die ersteFolge der Konkurrenz war natürlich ein Heruntergehen derBeförderungspreise und zwar nicht nur in Hamburg . Denndie innere Verbindung zwischen den Fahrpreisen von den ein-zelnen Häfen ist sehr eng, weil jeder Hafen seinen Preis gegen-über den anderen so abstimmt, daß er möglichst zugkräftig wird.Infolgedessen wirkte der Konkurrenzkampf in Hamburg auchauf die anderen Häfen zurück, und zog auch das Geschäft deranderen Linien in Mitleidenschaft. Im Mai 1882 fingen diePreisherabsetzungen an, im Oktober 1882 hatten Lloyd undPacketfahrt ihre Preise bereits bis auf M. so, ermäßigt, im