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ein Pfahl im Fleische sein, weil die Interessen der englischer!Linien so ganz andere als die der deutschen waren. Jenehatten ja die feste Grundlage ihres Geschäfts in England unddas festländische war für sie nur eine Zugabe, für die deutschenaber war es die Existenz und seine Rentabilität eine Lebens-frage. Es wurde nun in weiteren Verhandlungen mit denübrigen kontinentalen Reedereien zunächst durchgesetzt, daßdas Hamburger Platzgeschäft von den Bestimmungen der Kon-ferenz ausgeschlossen bleibe, so daß die beiden Hamburger-Linien gegenüber der englischen Konkurrenz in Hamburg freieHand hinsichtlich der Preise sowohl wie auch der Kommissions-sätze erhielten. Diese Abmachung wurde in einer Besprechungder nordeuropäischen Linien, die in Bremen im Bureau desNorddeutschen Lloyd stattfand, getroffen. Gleichzeitig wurdeeine Erhöhung der Preise beschlossen. Ende 188Z wurde dererste Zweck dieser Maßnahme, eine Vereinbarung zwischen denHamburger Linien und der Vertretung der englischen Linienin Hamburg , erreicht, Preise und Kommissionssätze vereinbart;aber weitere, einschneidende Veränderungen auf diesem Gebietetraten erst später ein, nachdem Albert Ballin in den Dienst derPacketfahrt getreten war.
Das oben erwähnte Zugeständnis einer Vorzugsrate an dieLarr-Linie war von der Verwaltung der Packetfahrt wohl inder Annahme gemacht worden, daß die mit der Carr-Linieeingeleiteten Verhandlungen über einen Ankauf ihrer Dampferzum Ziele führen würden. Diese Verhandlungen zogen sichaber, da man über den Preis nicht zu einer Einigung kommenkonnte, noch vom Herbst 188Z bis zum Frühjahr 1886 hin,