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in die Brüche gegangen. Sie wiederherzustellen, erwies sichals unmöglich, und allmählich drängte sich den Beteiligten derGedanke auf, daß man etwas anderes an dieStelleder bisherigen Abmachungen setzen müsse, etwas,das einen besseren Ausgleich und eine bessere Zusammen-fassung der Interessen herbeiführe. Ein Vorschlag, das durchSchaffung eines sogenannten „Pool" herbeizuführen, wurdebereits im Herbst 1886 von dem Vertreter der Red Star Line auf einer Konferenz der Beteiligten gemacht, und ebenfallsaus dem Jahre 1886 stammt eine Denkschrift Ballins überden Pool, aber es dauerte Jahre, bis die anderen Beteiligtensich mit dem Gedanken befreundet hatten. Erst im Jahre 1890kam es zu ernstlichen Verhandlungen und Ende 1891 zumAbschluß eines Vertrages.
Es mag das wohl auch damit zusammengehangen haben,daß Ballin in den ersten Jahren seiner Tätigkeit, in der erdoch immerhin nur die Stellung des Leiters des Passagegeschäftshatte, nicht das ganze Schwergewicht seiner Gesellschaft in dieWagschale zugunsten seiner Ideen werfen konnte. Außerdemwar das Schwergewicht dieser Gesellschaft auch nicht so groß,da sie sich von den Folgen eines Konkurrenzkampfes erst er-holen und ihre Organisation ausbauen und verstärken mußte.Besonders bedurfte das wichtige Schnelldampfer-problem einer Lösung. Nicht nur auf diesem Spezialgebiet,sondern in der Schaffung erstklassiger Passagierdampfer über-haupt war die Packetfahrt arg in Rückstand geraten. Die be-reits einmal zitierte scharfe Kritik der „Börscnhalle" besprachauch diesen Punkt in aller Öffentlichkeit und machte der Ver-