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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
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roaltung herbe Vorwürfe. Allerdings war auf diesem Gebieteviel nachzuholen. Der einzige Passagierdampfer von Bedeutung,den die Packetfahrt in den 8oer Jahren bis zu Ballins An-tritt in Fahrt gesetzt hatte, dieHammonia", war ein sehr miß-glücktes Ding, in der Leistungsfähigkeit sowohl wie in der Ein-richtung. Mit ihrem Bau hatte die Verwaltung derPacketfahrtversucht, den neueren Verhältnissen in der Kajütsbeförderungnachzukommen und doch an Betriebskosten möglichst zu sparen.Sie war aber deshalb auf halbem Wege zu den Schnelldampfernstehen geblieben insofern, als sie ein Schiff erbaute, das zwaretwas rascher als ihre älteren Passagierdampfer war, aberimmerhin soviel langsamer als die eigentlichen Schnelldampfer,daß es eine Anziehungskraft auf das Kajütspublikum nicht aus-üben konnte. Auch die Einrichtung der Kajütsräume entsprachnicht mehr den neueren Ansprüchen. Erfahrungsgemäß konnteman aber Erfolge auf diesem schwierigen Gebiete nur erzielen,wenn man etwas schuf, was das Vorhandene übertraf. Übrigensstellte es sich, als der Dampfer fertig war, heraus, daß dasTrockendock derPacketfahrt am Graßbrook ihn nicht aufnehmenkonnte, und mit vieler Mühe fand man endlich eine Dockungs-möglichkeit bei der Werft von Blohm L Voß, deren Inhaberdem Aufsichtsrat der Gesellschaft an der Börse seine Bereit-willigkeit zu diesem Unternehmen mit den unsanften Wortenkundtat:Na, dann schicken Sie mir man Ihren ollen Kahn",zum großen Entsetzen der hochehrbaren Herren.

Daß die Packetfahrt bereits seit längerer Zeit die Absichtdes Schnelldampferbaus hatte, geht aus dem oben mitgeteiltenInhalt des Ballin'schen Anstellungsvertrages hervor. In der

tzuldermann, Ballm I