Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
35
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aber war bei dieser Klasse von Schiffen immer auf die ErzielungdesRekords", die Errlngung des sogenanntenblauenBandesdes Gzeans" gerichtet. Da nun außerdem die Schiffe denKajütspassagieren die möglichst beste Unterkunft, geräumigeSalons usw. bieten mußten, so trat bei ihnen diesolide Basis",Fracht-undZwischendecksgeschäst, so weit in den Hintergrund,daßsie eine Grundlage fürdieRentabilitätnlchtmehrabgebenkonnte.Das Kajütsgeschäft war es also, das diese Rentabilität imwesentlichen befreiten mußte. Dieses aber ist ungleichmäßig undschwankend, je nachdem die geschäftliche Konjunktur in Amerika ist und demgemäß die Reiselust des Publikums, das zum weitausgrößten Teil Amerika stellt. Außerdem hat der Kajütsverkehrnur eine kurze Saison; etwa vom April/Mai bis Juli/Augustgeht der Verkehr von Amerika nach Europa , vom August bisNovember den umgekehrten Weg. An der Zwischenzeit be-schränkt sich der Verkehr auf Geschäftsreisen, und in der Saisonsind die Dampfer natürlich regelmäßig auch nur in einer Richtungganz gefüllt, in der anderen weniger. Mit der Frequenz derDampfer schwanken auch die Preise, in der Hochsaison werdenbei starkem Verkehr sehr hohe Preise bezahlt, in der stillenZeit bestimmt der Reisende den Preis. Denn das Angebotvon Plätzen ist infolge der großen Zahl von Passagierdampfern,die zu allen Zeiten in den letzten Jahrzehnten den Gzean be-fuhren, ständig so groß gewesen, daß es die Nachfrage eigentlichimmer überstieg, und die älteren Dampfer stets ins Hintertreffengerieten. Daher das Streben der Reedereien nach unablässigerErneuerung des Materials und Einstellung immer neuer undbesserer Schiffe.