Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
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Reichtum eine geradezu erstaunliche Intelligenz verbindet, hat schon dengroßen Stahl-Trust, die größte Kombination, welche jemals die Weltgesehen hat, ins Leben gerufen und geht nun daran, den Amerikanerndie Grundlage für eine Handelsmarine zu schaffen."

Die Sachlage, wie sie sich damals darstellte, schildert eine kurze,vonBallin für den Fürsten Henckell-Donners-marckangefertigteDenkschrift. Än diesen war Ballinvom Kaiser verwiesen worden, der die Geschäftskenntnis desFürsten, der ja große Unternehmungen, auch auf industriellemGebiet, geschaffen hat, sehr schätzte, und die amerikanischenSchiffahrtsbestrebungen von Anfang an mit großem Interesseund mit lebhafter Anteilnahme wegen der für die deutscheReederei daraus etwa entstehenden Gefahren verfolgt hatte.Da man, um die Sachlage zu verstehen, sich in die Verhältnisseder damaligen Zeit zurückversetzen muß, ist die Denkschrift, ob-wohl die Dinge sich seitdem so sehr verändert haben, von In-teresse, weshalb sie hier im Wortlaut wiedergegeben sei:

Während im Jahre l8Z0 der überseeische Handel der VereinigtenStaaten noch zu 90°/« durch Schiffe unter der amerikanischenFlagge vermittelt wurde, sank die Beteiligung dieser Flagge bis zumJahre 1862 bereits auf ZO"/» und ging dann beständig zurück. ZmJahre 1880 wurden nur noch 16"/» und im Jahre 1890 nur noch9°/« des überseeischen Handels der Vereinigten Staaten unter der Flaggeder Union befördert. Dieser Rückgang, welcher eine Folgeerscheinung deramerikanischen Zollpolitik ist, hat, besonders in den letzten Jahren, An-laß zu einer Reihe von Gesetzesvorlagen gegeben, welche sämtlich dieTendenz verfolgten, durch staatliche Subsidien die Handelsschiffahrt derVereinigten Staaten zu heben. Man ist jedoch zu weitgreifenden Maß-nahmen bisher nicht gekommen, sondern hat sich darauf beschränkt, fürden nordailantischen Verkehr eine mit 4 Danrpsern betriebene Postlinie