Die Cunard-Linie hatte inzwischen mit der eng-lischen Regierung einen Vertrag geschlossen,durch welchen die Regierung ihr die Mittel zur Verfügungstellte für den Bau der beiden großen Schnelldampfer „Maure-tania" und »Lusitania " und gleichzeitig eine Subvention, dieausreichte, die von der Regierung gewährte Anleihe für denBau der Schiffe zu verzinsen und zu amortisieren. Der Cunard-Linie war dadurch derart der Rücken gestärkt worden, daß siegegenüber den übrigen Linien eine aggressive Haltung einnahmund eine Vergrößerung ihres Geschäftsanteils anstrebte.
Weitere Schwierigkeiten drohten aus aggressiven Maß-nahmen der Lanadian Pacific Eisenbahn, die be-reits eine Dampferlinie von Antwerpen nach Kanada ankündigte.Um diese Gefahr zu beschwören, reiste Ballin nach New Wrkund verhandelte im Auftrage der sämtlichen kontinentalen Lchiff-fahrtsgesellschaften mit dem Präsidenten der Canadian Pacific,und zwar erfolgreich und zugleich auch derart zur Zufriedenheitder Gegenpartei, daß ihn seitdem dauernd freundschaftliche Be-ziehungen mit dem Präsidenten der kanadischen Eisenbahn,Sir Thomas Lhaughnessy, einem der bedeutendstenEisenbahnfachleute der Welt, verbanden, die Ballin bei späterenschwierigen Verhandlungen mit anderen Vertretern des großenkanadischen Unternehmens sehr zustatten kamen und sie stetsbefriedigend auslaufen ließen.
Lehr interessante, „um nicht zu sagen aufregende" Ver-handlungen, wie er selber bemerkte, hatte Ballin bei Gelegen-heit dieser Reise mit Morgan und seinen Freunden, wobei erdie bisherige Geschäftsleitung des Trusts auf das schärfste kriti-