Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
91
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Cunard-Linie, der einzigen bedeutenden transatlantischenReederei, die seit Bildung des Morgan-Trusts(Outsider«war, einen Vertrag zu schließen im Begriff war, nach dem dieReederei einen vierzehntägigen Dienst von Fiume einrichtensollte, während die ungarische Regierung sich verpflichtete,durch Grenzsperren und alle ihr sonst zur Verfügung stehen-den Mittel die ungarischen Auswanderer von der Benutzunganderer Wege abzuhalten. Das bedrohte also die Pool-Linienmit dem Verlust ihres ganzen ungarischen Geschäfts. EineBesprechung, die Ballin mit der Cunard-Linie hatte, ergabnur die Erklärung von feiten dieser, daß sie von dem Ver-trage nicht mehr zurückkönne. Wochenlange Verhandlungen,die der Lloyd in Ungarn führte und führen ließ, hatten keinErgebnis. Eine nochmalige Verhandlung, die Ballin mitdem Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Cunard-Linie, LordJnverclyde, hatte, verlief ebenfalls unbefriedigend, da dieCunard-Linie freie Hand in Ungarn behalten, die Pool-Linienaber auf die Einbeziehung des ungarischen Verkehrs in denPool nicht verzichten wollten. Interessant ist ein Intermezzoaus dieser Verhandlung, weil es nachträglich erkennen ließ,woran die Einbeziehung der Cunard-Linie inden Morgan-Trust gescheitert war.

Auf die Frage Ballins nach den Ursachen der aggressivenHaltung der Cunard-Linie erwiderte Lord Jnverclyde, daßnicht diese, sondern der Morgan-Trust der aggressive Teil sei,da er die Absicht habe, die Cunard-Linie an die Wand zudrücken. Ruf den Einwurf Ballins, daß das niemals die Ab-sicht des Trusts gewesen sei, dieser im Gegenteil doch eine