Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
96
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nach im Pool ihr Unterkommen. In Nordeuropa tarnenneben den englischen, deutschen, holländischen, belgischen undfranzösischen Linien in den skandinavischen Ländern neue Unter-nehmungen auf, ebenso in Rußland , und auch diese alle fandenim Pool ihr Unterkommen mit oder ohne Konkurrenzkampf.Immer wiederholte sich die Erfahrung, daß die Pool-Linieneine gütliche Einigung und die Abtretung eines mehr oderminder bescheidenen Anteils einem länger dauernden Konkurrenz-zustand vorzogen. Manchmal wirkten auch höhere, auch politischeMotive auf eine Einigung hin. Die Zahl der Teilnehmer ander Tafel wurde aber schließlich so groß, daß Ballin ironischsagte:Wir werden uns aus dem Geschäft noch gänzlich hinaus-poolen", und der Gedanke einer Ersetzung des Poolsdurch enge, einheitlich geleitete und darum auch kampffähigeInteressengemeinschaften hat ihn deshalb auch niemals ver-lassen. Auf anderem Gebiete, in den Verträgen mit Hamburgi-schen Gesellschaften, auch in einem Vertrag mit der nach Nord-brasilien fahrenden englischen Booth Line ist ihm eine Aus-gestaltung zur Interessengemeinschaft geglückt, und diese Ver-träge haben wohl zur Befriedigung aller Vertragsparteien ge-arbeitet. Auch den Verhandlungen, die vor Kriegsausbruchmit dem Norddeutschen Lloyd geführt wurden, lag der gleicheGedanke zugrunde.

In all dem Auf und Ab und Hin und Her des Pools istder Morgan-Trust zweifellos die interessanteste und dramatischsteEpisode. Auch unter anderen Gesichtspunkten. Heute erscheintdie Stellung, die damals die deutsche Reederei einnahm, nochimponierender, als sie im Auge der Zeitgenossen war. Die