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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
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und die Beteiligung der mitteleuropäischen Industrie daranfortschritt. In dieser Hinsicht aber begann im neuen Jahrhunderteine außerordentlich starke Tätigkeit, die zu einem gewaltigenAufschwung des Welthandels führte. Das europäische undspäter auch das amerikanische Kapital, dessen Blicke durch denGewinn der ehemals spanischen Kolonien in Westindien unddurch die zunehmende praktische Anwendung derMonroe-Doktrin " über die Landesgrenzen hinaus gelenkt wurden, be-fruchteten die überseeischen Gebiete in vorher niemals gesehenemMaße. Bahnbauten in Mittelamerika , darunter von Gzeanzu Gzean gehende, die die Erschließung der amerikanischenWestküste außerordentlich förderten, wurden von englischemund amerikanischem Kapital geschaffen, ebenso neue Bahn-verbindungen in Brasilien und Argentinien, dazu Hafenbautenfast in allen größeren südamerikanischen Hafenplätzen. Auchfranzösisches, belgisches und in bescheidenem Maße deutschesKapital beteiligten sich daran. Der Schienenweg über dieAnden von der Gst- zur Westküste Südamerikas entstand unddaneben zahlreiche große industrielle Unternehmungen. Dergewaltige Aufschwung beschränkte sich nicht auf Südamerika ,die großen englischen Einflußgebiete Kanada und Australien schloffen sich an, ebenso Afrika nach Beendigung des Kriegesund China. Rußland hatte den Lchienenstrang durch Sibirien zum Stillen Gzean geschaffen, und endlich ging auch Deutschland daran, seine Kolonien zu erschließen. Alle diese Unternehmungenbrachten einen riesenhaften Export für die europäische Eisen-industrie, nicht zum wenigsten für die deutsche, deren maßgebendeOrganisation, der Stahlwerks-Verband, den Verschiffungsweg