Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
138
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hinzugekommenen Linie des Llopd und Rickmers im Gegenteil sagen,daß es heute schon etwasoverckone" ist und daß es sich hier umZukunftsmusik handelt. Trotzdem bin ich nach den eingehenden Er-mittelungen, welche ich hier und in Shanghai vorgenommen habe, derAnficht, daß die Hamburg-Amerika Linie aus den mehrfach erörtertendirekten und indirekten Gründen auf eine Beteiligung an der Jangtse -Zchiffahrt nicht verzichten darf. Wir würden, wenn wir den gegen-wärtigen Zeitpunkt verpassen, aller Voraussicht nach einem geschlosse-nen, mächtigen Ringe gegenüberstehen und würden, wollten wir unsspäter trotz solcher großen Kombination unseren Anteil sichern, vielmehr Geld zu opfern haben als erforderlich ist, um jetzt schon diesesGeschäft aufzubauen.

An Bord derLibiria" zwischen Tsingtauund Japan , lS. März 1901.

.2n Tsingtau trafen wir mit dem D.Libiria" am

Morgen des 14. März ein. Diese deutsche Kolonie macht einen außer-ordentlich guten und großen Eindruck. Überall ist mit viel Fleißgearbeitet worden, und man möchte beinahe glauben, daß die Bau-tätigkeit sich etwas überhastet, und ein Rückschlag nicht ausbleibenkann. Wenn man durch unsere Brille die Lache ansieht, so wird manallerdings sagen müssen, daß das, was hier geschehen ist, zuviel anWilhelmshaven und zuwenig an Hongkong sich anlehnt. Es war javorauszusehen, daß eine Kolonie, in welcher das Reichsmarineamt derabsolute Herrscher ist, sich im überwiegenden Maße nach der marine-technischen Leite hin entwickeln würde. Da Remedur zu schaffen, ist esnoch nicht zu spät, und ich habe tatsächlich großes Vertrauen zu derEntwicklungsfähigkeit Kiautschous mit fortgenommen. Trostlos sindvorläufig noch die Landungsverhältnisse, und mit Bezug auf die fürHandelszwecke in Angriff genommenen Wasserbauten hat man bishervon der vermeintlichen Tatsache, daß die Dummheiten dazu da sind,um gemacht zu werden, einen höchst unbescheidenen Gebrauch ge-macht.