Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
140
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daß die Passagierfahrt nach Gstasien unter zu starker Berück-sichtigung des Frachtdienstes leide. Außerdem hatte die Be-teiligung an dem Reichspostdampferdienst der Packetfahrt nichtdie erwarteten Erfolge gebracht. Da sie nur mit zwei Dampfernbeteiligt war, stand sie gegenüber dem viel länger und stärkerin dieser Fahrt vertretenen Norddeutschen Lloyd stark im Hinter-grund. Der Bau der Dampfer war außerdem nicht zur Zu-friedenheit ausgefallen, und im ganzen erschien Ballin dasÄquivalent, das man dem Lloyd für die Beteiligung andem Reichspostdampferdienst in Gestalt der Überlassung derHälfte des Frachtdampferdienstes gegeben hatte, unver-hältnismäßig hoch.

Man kam daher zu einer reinlichen Scheidung in der Weise,daß man dem Lloyd den Reichspostdampferdienst wieder ganzallein überließ und selber den gesamten Frachtdienst von Ham-burg übernahm. Die praktische Scheidung erfolgte in der Weise,daß der eine der von der Packetfahrt erbauten Reichspost-dampfer vom Lloyd übernommen wurde, wogegen dieser fünfFrachtdampfer an die Packetfahrt abtrat. Der Packetfahrtwurde dabei zugestanden, daß sie bis zu 40 Passagieren aufihren Frachtdampfern befördern dürfe, was ihr die Möglichkeit -der Entwicklung eines Passagegeschäfts in bescheidenem Umfangegab, eine Möglichkeit, von der sie übrigens nur vorübergehendGebrauch gemacht hat. Gleichzeitig wurde auch vereinbart, daßTruppentransporte für die deutsche Regierung von den beidenGesellschaften abwechselnd ausgeführt werden sollten. Mitdieser Neuregelung entfielen auch die weitergehenden Plänefür die Errichtung einer Passagierdampferlinie über den Stillen