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schaffte die russische Regierung sich eine Anzahl Hilfskreuzerzur Kontrolle und Störung des japanischenHandels. Außerdemwaren die Schiffsankäufe ebenso wie das große Kohlenlieferungs-geschäft dazu bestimmt, die Ausfahrt der baltischen Kriegsflottenach Gstasien zu ermöglichen. Zur Kennzeichnung der Größeund der Schwierigkeit dieses Geschäfts seien einige Mitteilungeneingeschaltet, die sich in Ballin'schen Aufzeichnungen darüberbefinden.
„Mai 1S04.
Eine Angelegenheit, die noch vielmehr als die ungarische (die Kon-kurren; der Cunard-Linie von Ungarn ) meine Tätigkeit und meine Ner-ven in Anspruch nimmt, sind die Verhandlungen, welche wirmit der russischen Regierung über den Verkauf von Schnell-dampfern usw. für Kriegszwecke führen. Ich hatte schon am erstenWeihnachtstage Vertreter nach St. Petersburg geschickt, um bei derRegierung Schritte zu tun für den Fall, daß Handelsdampfer für dieKriegszwecke von russischer Seite erworben werden sollten. Seit derZeit sind, mit Unterbrechung von wenigen Wochen, unsere Herren inSt. Petersburg tätig, und es hat sich eine außerordentliche, telegraphi-sche Verhandlung ergeben, welche bisher Hon zu dem festen Verkaufeund zu der Abnahme des „Fürst Bismarck" und der „Belgia" führte.Ebenso ist auch die „Augusta Victoria", welche gegenwärtig noch hierliegt, um Dockungsarbeiten vorzunehmen, an Rußland verkauft, unddie besten Aussichten bestehen dafür, daß die „Columbia" gleichfallsin russischen Besitz übergehen wird.
Mit diesen Verkäufen sind natürlich große Fahrplanänderungenund Unannehmlichkeiten mannigfachster Art verbunden. Eine beson-dere Unannehmlichkeit war es. daß der „Fürst Bismarck" der FirmaCook für eine Exkursion von Zoo Mitgliedern der Sonntagsschule vonMarseille aus verchartert war, und daß, um ihn frei zu machen, die