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nommen haben, nämlich die bis dahin fast für unmöglich gehalteneÜberführung eines so mächtigen Geschwaders wie dasjenige der so-genannten Baltischen Flotte von Europa nach Gstasien, haben wirglücklich gelöst. Die Flotte ist, ohne feste Kohlenstationen zu besitzen,lediglich durch die richtige Disposition von Dampfern und durch dieÜbergabe der Kohlen teilweise auf offenen Reeden, glücklich nach Gst-asien gebracht worden. Daß sie dort in der Koreastraße ein so unrühm-liches Ende fand, kann sicher nicht die Größe der Leistung beeinträch-tigen, welche wir in der Bekohlung der Flotte auf dieser weiten Streckevollbracht haben, und mit welcher wir Erfahrungen gesammelt haben,die auch für die deutsche Regierung von hohem Werte sind. Der Ge-winn, den wir bei dem Kohlengeschäft erzielt haben, ist ein recht erheb-licher, wenn er auch nicht exorbitant erscheint im Hinblick auf die außer-ordentliche Arbeitsleistung und auf das ungewöhnliche Risiko?
Was diese Unternehmung geschäftlich fürdie Hamburg-Amerika Linie bedeutete, kenn-zeichnen am besten einige Ziffern. Die Gesell-schaft kaufte bzw. erbaute in den Jahren 1904 und 1905nicht weniger als 21 Dampfer für einen Gesamtpreis von22V2 Millionen Mark und hatte Mitte 190Z noch 19 Dampfermit einem Gefamtpreis von Z2 Millionen Mark im Bau,darunter die beiden großen Passagierdampfer „Amerika " und„Kaiserin Auguste Victoria" für die Nordamerika -Fahrt, fernergroße Dampfer für die Mexiko -, die Laplata- und dieGstasien-Fahrt. Von den Kosten dieser Neuanschaffungen konnte sie24 Millionen Mark aus ihren Schiffsverkäufen decken, fernereine beträchtliche Summe aus Betriebsgewinnen, den Rest auseiner Prioritätenausgabe. Erst das Jahr 191Z hat ihr wiedereinen ähnlich starken Zuwachs an Schiffsmaterial gebracht. Eswar aber nicht nur der Zuwachs an Material, sondern es war