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gefehlt. Ein Grund dafür war schon darin gegeben, daß, alsBallin in die Packetfahrt eintrat, diese hinter der jüngerenBremer Linie ganz außerordentlich stark zurückgeblieben warin ihrer geschäftlichen sowohl wie in ihrer technischen Ent-wicklung, in beider Hinsicht namentlich dadurch, daß die Packet-fahrt den Fortschritt in der Technik des Dampferbaus nichtmitgemacht hatte. Eine Folge davon war, daß sie in denPassagepool mit einem im Vergleich zum Llopd sehr geringenAnteil eintreten mußte. Ihr gewaltiger Aufschwung unter derLeitung Ballins führte natürlich zu größeren Ansprüchen ihrer-seits auf diesem Gebiete, und da gleichzeitig der Llopd nichtdie Hände in den Schoß legte, so ergab sich ein geschäftlicherWettlauf, der sicherlich nicht wenig zu der großen Stellung bei-getragen hat, die beide Gesellschaften sich in der internationalenSchiffahrt errungen haben. Auf die Einzelheiten dieses Wett-bewerbs einzugehen, erschien mir heute aber überflüssig, und ichmöchte mich darauf beschränken, eine Darstellung wiederzugeben,die Ballin selber in einem Artikel zum Jubiläum des Nord-deutschen Llopd im Jahre 1907 gegeben hat. Es ist gleich-zeitig ein außerordentlich interessanter Beitrag zu der Ent-wicklungsgeschichte der transatlantischen Schiffahrt, und magdarum diesen Überblick beschließen.
»Das Jahr 1907 ist ein Jübiläumsjahr für die transatsantiGeSchiffahrt; während die Hamburg «Amerika Linie am 27. Mai die60. Wiederkehr des Tages ihrer Gründung feiert, begeht am 20. Fe-bruar der Norddeutsche Lloyd sein SOjähriges Jubiläum. Von be-rufener Seite und aus gewandterer Feder wird anläßlich dieses Tagesgewiß der Werdegang des großen bremischen Unternehmens ausführ-