großen Schiffe von 2Z auf 20 Jahre herabsetzte, was denKosten von drei neuen Linienschiffen gleichkam. Hand inHand damit setzte eine starke Agitation für die Flotte in derÖffentlichkeit ein, und in sehr unliebsamer Weise wurde dieöffentliche Aufmerksamkeit auf die Agitation des DeutschenFlottenvereins dadurch gelenkt, daß Prinz Rupprecht vonBayern das Protektorat über den Bayrischen Landesverbanddes Flottenvereins niederlegte, weil die Leitung des Vereins,an dessen Spitze damals der bekannte General Keim stand,Politik und Parteipolitik getrieben habe. Das führte alsdannauch zu einer Neubesetzung des Präsidiums.
Eine Hochflut der Agitation gegen Deutsch-land und die deutsche Zlottenpolitik setzte im Frühjahr 1908in England ein. Im Februar teilte die „Times" mit, daßder deutsche Kaiser an Lord Tweedmouth, den ersten Lord derAdmiralität, einen Brief geschrieben habe mit dem offenbarenZweck, den englischen Marine-Etat zu beeinflussen, und ob-wohl Lord Tweedmouth das selbst im Parlament energischin Abrede stellte und erklärte, der Brief habe einen reinprivaten Charakter, und keine Geringeren als Lord Lansdowncund Lord Nosebery diese Erklärung unterstützten, führte dieseVeröffentlichung doch zu einer heftigen Agitation in einemTeil der englischen Presse und der Öffentlichkeit. Auch dasParlament befaßte sich in beiden Häusern im März 1908mit der deutschen und der englischen Flottenpolitik eingehend.Der Vorsitzende der Jmperial Maritime League, Lord Eshsr,forderte in einem Artikel in der „National Neview", daßEngland für jedes deutsche Kriegsschiff zwei baue, und der be-