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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
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und als eine Unterbrechung der von den Großmächten in Maze-donien angestrebten Reformen bezeichnete. 2 n Österreich be-trachtete man eine Unterstützung durch Deutschland als dessenBundespflicht, und Fürst Bülow bemühte sich denn auch, ineinem Interview dieNowoje Wremja" zu beschwichtigen.Er erklärte darin die Behauptung der russischen Presse, dasProjekt gehe von Berlin aus, für vollkommen irrig; Österreich verfolge, ebenso wie Deutschland , auf den Balkan nur Handels-interessen. Dieses zur Erklärung der Stelle im Briefe Ballinsvom i z. Juli 1908, der im übrigen nach einem Dank für diefreundliche Aufnahme wie folgt sich äußerte:

»Was ich Ihnen als meine Mutmaßung über die Landschak-Bahn-Angelegenheit sagte, trifft übrigens vollständig zu. Der Kaiser sowohlals nachträglich auch Fürst Bülow haben mir auf das Bestimmtesteversichert, daß man in Berlin von dieser Maßnahme Österreichs ebensosehr überrascht worden ist wie in London und Petersburg .

Hoffentlich kommen unsere hohen Herren recht bald zusammen.Es wird hier nichts sehnlicher gewünscht als die Herstellung und dieAufrechterhaltung der freundnachbarlichsten und wärmsten Beziehungender beiden Monarchen und der beiden Nationen. Unser Kaiser wirderst Mitte August von seiner Nordlandreise und dem Besuche in Lchwedenheimkehren, ich nehme aber an, daß die beiden hohen Herren sich ge-legentlich der Rückkehr Ihres Königs von Marienbad treffen, und daßdann das Datum für die Erwiderung des offiziellen Besuches in Berlin durch die Majestäten vereinbart wird. Ich verspreche mir von diesemBerliner Besuche die allerglücklichsten Folgen für die beiden Nationen".

Darauf kam von Cassel die Antwort:

»Wie 2ie, verspreche ich mir von der Zusammenkunft unsererMonarchen viel Gutes und nach dem, was ich höre, wird dieselbe sichdoch auf der Hinreise meines Hohen Herrn arrangieren lassen. Nach