die Wehrkraft der beiden Länder eine Einschränkung ihresFlottenbaus erfolgen könne. Diese Idee war so einfach undeinleuchtend, daß, wenn sie zunächst ausgeführt worden wäre,und wenn man die Sachverständigen mit dem Gefühl der Ver-antwortung für das, was in politischer Hinsicht von ihrer Ent-scheidung abhing, erfüllt hätte, sie zu einem Erfolg hätteführen müssen. So aber, wie der Kanzler die Lache anfing,mußte er unter Umständen, ohne daß es überhaupt zu einerAussprache zwischen den englischen und den deutschen Marine-sachleuten kam, gegen den Widerstand der Refforts die Lachedurchbiegen. Das aber war eine Aufgabe, der Herr v. Beth-mann Hollweg gewiß nicht gewachsen war, dieser entschluß-loseste aller deutscher Kanzler, dem sein und unser Unheil dieschwersten Entscheidungen in die Hand gegeben hat, die je eindeutscher Staatsmann zu treffen hatte.
Nach einer Unterredung zwischen Ballin und dem Reichs-kanzler folgte in Übereinstimmung mit dem Kanzler eine tele-graphische Korrespondenz zwischen Ballin und Sir Ernest Caffel.Diese ergab, daß die Dispositionen für eine Verhandlung indem im Ballinschen Bericht besprochenen Linne in Lon-don günstig waren, und daß Caffel den Wunsch nach einerneuen Unterredung zur Vorbereitung des weiteren zu erkennengab. Daraufhin wandte sich Ballin an den Kanzler mit derFrage, ob er nunmehr diesen Weg weiter gehen solle, oder obder Kanzler einen anderen vorziehe. Unter diesem anderenwar der Weg der direkten amtlichen Verhandlungen zu ver-stehen. Ballin fügte in einem Telegramm an den Kanzlerhinzu, daß er die Mitteilungen von den günstigen Dispositionen