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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
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so auffasse, daß sein Freund beauftragt sei, das Nähere wegender Zusammenkunft der Sachverständigen zu vereinbaren. Als-dann müsse er aber, wenn er zu einer neuen Besprechung gehe,über die Ansichten und Absichten des Kanzlers informiert sein.Die Antwort des Kanzlers vom 11. August lautete wie folgt:

»Besten Dank für Ihr freundliches Telegramm, dem ich sofort ein-gehende Beachtung schenke. Ich werde mir erlauben, Ihnen eineweitere Antwort zugehen zu lassen, sobald ich morgen und in dennächsten Tagen mit den in Frage kommenden Persönlichkeiten die er-forderlichen Besprechungen gehabt haben werde?

In dieser Antwort kam bereits deutlich zum Ausdruck, daßder Kanzler die weitere Behandlung der Lache auf amt-lich e m W e g e und nach seinen eigenen Ideen vorzog.

Das weitere besagt ein Brief des Kanzlers an Ballin von;21. August, folgenden Inhalts:

»Ich habe heute die Ihnen in Aussicht gestellten offiziellenSchritte ausgeführt. Da ich mit 2ir Edward Goschen (dem englischenBotschafter in Berlin. D. V.) absolute Geheimhaltung ausgemachthabe, und eine Mitteilung Ihres Freundes an die englische Regierung,daß ich eine offizielle Demarche in der Angelegenheit unternommenhätte, als eine Indiskretion aufgefaßt werden könnte, bitte ich, IhremFreund, wenn Sie ihm überhaupt eine Mitteilung zukommen lassenmüssen, so zu antworten, daß diese Gefahr ausgeschlossen ist?

Der Brief zeigt, was auch bei späterer Gelegenheit zutagetrat, daß die deutsche politische Leitung nebenbei es auch nichtverstand, zu einem Vermittler von der Stellung und dem gutenWillen, wie sie zweifellos Sir Ernest Cassel eigen waren, einVerhältnis zu finden, das schon allein die Klugheit gebot.Wenn trotzdem das Interesse des englischen Freundes für die