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Verständigung nicht gänzlich schwand, war es nur der Inter-pretation Zu danken, die Ballen — auch darin unübertrefflich —diesem mehr als kühlen Korbe zweifellos gegeben hat.
Daß Ballins Freund über die Stimmung in England nicht einseitig berichtete, geht aus einer anderen englischenMitteilung, die Ballin zu dieser Zeit zuging, hervor. Darinheißt es:
»Der einzige Zweck meines Schreibens ist, Ihnen zu sagen, daßwenn an maßgebender Stelle in Ihrem Lande irgendwie Geneigtheitbesteht zu einer Verständigung mit unserm Lande in Zlottcnsragen zukommen, ich nach meinen Erkundigungen überzeugt bin, daß die jetzigeZeit geeignet ist, dieser Frage näher zu treten, und daß unsere gegemwärtige Regierung einem Abkommen durchaus geneigt wäre."
Indes, der Amtsschimmel war gesattelt und vermochte nichtdas Nennen nach Hause zu bringen. Warum nicht, und waruminsbesondere der Schritt Bethmanns bei dem englischen Bot-schafter ohne Folgen blieb, darüber müßten die Akten desAuswärtigen Amtes Aufschluß geben.
Am 14. Juli 10 hat Asquith in einer eingehendenRede zum britischen Flottenprogramm sich darüber geäußert,daß mit Deutschland eine Verständigung nicht habe zustandegebracht werden können. »Die deutsche Regierung hat uns mit-geteilt — ich habe mich darüber nicht zu beklagen und nichtszu erwidern — daß ihr Vorgehen in der Angelegenheit durcheinen Akt des Reichstages, durch das Zlottengeseh, geleitetwird, welches Jahr für Jahr automatisch weitergeht. Ich freuemich, sagen zu können, daß das Jahr 1911/12 das letzte unterdiesem Gesetz ist, in welchem vier Schiffe gebaut werden sollen.Die Zahl sinkt in den folgenden Jahren auf zwei. Wir hoffen
Huldermann, Ballin, 15