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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
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hrben, daß es wohl pudliciiuris ist, daß die großbritannischeRegierung wiederholt dem Gedanken Ausdruck gegeben hat,eine vertragsmäßige Festlegung der Zlottenstärkcn der einzelnenMächte würde zu einer wesentlichen Beruhigung in den inter-nationalen Beziehungen beitragen... Auch wir begegnenuns mit England in dem Wunsche, Rivalitäten in Beziehungauf Rüstungen zu vermeiden, haben aber in den ab und zustattgehabten, unverbindlichen, von gegenseitigem freundschaft-lichen Geiste getragenen Pourparlers stets den Gedanken vor-angestellt, daß eine offene und vertrauensvolle Aussprache unddarauf folgende Verständigung über die beiderseitigen wirt-schaftlichen und politischen Interessen das sicherste Mittel zurBeseitigung jeglichen Mißtrauens wegen des gegenseitigenKräfteverhältnisses zu Wasser und zu Lande sei/

Daß diese Auslassungen den für England einzigund allein maßgebenden Punkt, nämlich die Be-schränkung des deutschen Flottenbaus resp. Zlotten-Weiterbaus,nicht trafen, geht klar aus der Antwort hervor, dieLirEdwardGrey am 14. März 1911 im Parlament unter ausdrücklicherBezugnahme aus die Bethmannsche Rede gab. England, er-klärte er, habe nicht den Wunsch, daß seine Beziehungen zuirgendeiner Macht so beschaffen sein sollten, daß dadurch herzlicheBeziehungen zu Deutschland unmöglich würden. Es sei speziellein Abkommen mit Deutschland angeregt worden. Dazu seiein sehr vorsichtiges Vorgehen notwendig. Wenn er irgendeine Hoffnung machen würde, daß Deutschland infolge einesAbkommens von seinem Zlottengesetz abstehen oder dasselbeändern würde- so würde ihm sofort widersprochen werden. Nur