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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
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Frieden nach genauer Erwägung seiner eigenen Interessen. Eswird sogar, wie wir jetzt eben in der Marokkofrage gesehenhaben, das Schwert halb aus der Scheide ziehen und sich dannzu einem geschäftsmäßigen Handel bereit erklären. Unter die-sem Gesichtspunkte mag die Ausdehnung Deutschlands mit vielscharfem Handeln (ksrä-bargaming) verbunden sein, aberdas brauclst nicht zum Kriege zu führen. (Anmerkung des Kai-sers: richtig!)

Ich befasse mich nur mit den Grundlagen der Politik undhabe nicht die Absicht, einen endgültigen Plan für das Ge-bäude zu entwerfen. Das würde zweifellos voreilig und gefähr-lich sein. Die Hauptsache ist, daß wir (Anmerkung des Kaisers:>e§) zu einer Politik des Gebens und Nehmens bereit seinsollten, und daß wir mit allen Mitteln, über die wir verfügen,und gelegentlich selbst mit dem Gpfer rein strategischer Erwä-gungen den Verdacht vermeiden sollten, daß wir absichtlich

Deutschlands Ausdehnung blockieren . Laßt uns insbesondereaufhören, Deutschland zu schmähen, wenn es einen rechtmäßigenVorteil gewinnt, der i n keiner Weise unser Interesse bedroht,wie in der Türkei! Ein anderer Punkt von großer Wichtig-keit ist, daß man ernsthaft danach strebt, die kleineren Diplo-maten der beiden Mächte in ein besseres Verhältnis zueinanderzu bringen. Jedes Auswärtige Amt ist geneigt, die Hand desanderen in den unschuldigsten Dingen zu erblicken. Englands Argwohn erstreckt sich auf jede deutsche Gesandschast und jedesKonsulat über die ganze Welt, (Anmerkung des Kaisers: ^e§)Deutschlands Argwohn auf jede britische Gesandschast und