jedes britische Konsulat. Alle jüngeren Mitglieder im diplo-matischen Dienste glauben offenbar, daß sie ihren Vorgesetztengefällig sind, indem sie ihr Auäntchen zu der allgemeinen Ver-bitterung über geringfügige Dinge beitragen. Daher kommteine fortgesetzte Politik der Nadelstiche auf beiden Leiten . Leu-te, die sich verantwortlich fühlen, behaupten, daß sie das be-klagen, (Anmerkung des Kaisers—: ??!) aber sie tun zu wenig,um damit ein Ende zu machen. Es sollte ein Grundsatz derDiplomatie sein, daß in demselben Verhältnis, wie man ernsteGründe zum Streit mit einer anderen Macht hat, man absicht-lich höflich ihr gegenüber in kleinen Dingen ist. Man ist ineiner viel besseren Lage zur Verhandlung über die großenFragen, wenn man bekannt ist als vernünftig und freundschaft-lich in kleinen Dingen. Es ist unmöglich, das Anheil zu über-schätzen, das zwischen England und Deutschland angestiftetworden ist durch die Vervielfachung kleiner Streitigkeiten, dieauf die Dauer für keine der beiden Mächte von Bedeutung
sind/
Ganz gut bis auf die lächerliche Idee, wir strebtcn die Hegemonievon Zentraleuropa an! Wirsind eben Zentraleuropa, und daß anderekleinere Staaten sich an uns anlehnen oder in unseren Wirkungskreiskommen durch das Gesetz der Schwerkraft, zumal wenn sie vom selbenStamm sind, ist ganz natürlich. Das wollen die Engländer nicht, weiles ihre Theorie von der „Lslance c>k?over" — d. h. die europäischenEroßstaaten gegeneinander sei libltum auszuspielen, absolut zu nichtemacht, und einen einigen Kontinent schaffen würde, was sie mit allenMitteln hintertreiben wollen. Daher die Lüge vcn unseren Gelüstenauf Hegemonie! Wie sie sie schon in der Welt beanspruchen und be-