treiben! Wir Hohenzollern haben noch niemals nach so ehrgeizigen undnebelhaften Zielen gestrebt! Und wills Gott, werden es niemals!
Das Jahr 1912 begann mit mehrfachen Äußerungen derenglischen Presse, die sich freundlich zu einer deutsch -englischenVerständigung aussprachen. Ja, man ging soweit, Deutsch-land eine viel freiere Vetätigung auf kolonialemGebiete als möglich in Aussicht zu stellen; wieein Blatt sagte, auch die „Begründung eines afrikanischenReiches von Meer zu Meer". Im gleichen Sinne äußertesich ein Brief von Cassel vom 9.1.12 an Ballin wie folgt:
„Leidem ich Ihnen zuletzt schrieb, habe ich Gelegenheit gehabt, mirWinston Churchill vertraulich zu sprechen. Er fühlt, daß der Posten,welchen er seit kurzem bekleidet, ganz besondere Limitationen mit sichbringt, welche ihm nicht erlauben würden, in der fetzigen Lage einenBesuch, wie den von Ihnen angedeuteten, zu machen. Wenn unserKönig nach Deutschland gehen und Winston mitnehmen sollte — unterdiesen Hypothesen — würde er sich hochgeehrt fühlen, die ernsten An-gelegenheiten, welche sich in der Schwebe befinden, besprechen zu können.Eine derartige Gelegenheit müßte dann auf natürliche Weise entstehen,und Winston würde sich des Einverständnisses des Premierministersund Lir Edward Grcp's zu versichern haben.
„Soweit Winston. Seine freundschaftlichen Gesinnungen für Deutsch-land sind Ihnen bekannt. Seit seinen Jünglingsjahren kenne ich ihnintim, und er hat nie seine Bewunderung für den Kaiser und für dieNation verhehlt. Er betrachtet die Entfremdung der beiden Nationenals sinnlos und würde, davon bin ich überzeugt, irgend etwas tun, dasin seiner Macht liegt, um gute Beziehungen herbeizuführen.
„Der Krebsschaden liegt darin, daß England die enorme Entwicklungder deutschen Kriegsmarine als eine ernste Bedrohung seiner Lebens-