Interessen ansieht. Dieses sitzt fest, und darüber gibt es keine zweiStimmen in London .
,Wenn es möglich sein sollte, in dieser Richtung etwas zu tun, dasDeutschland nicht gefährdet und den Alp von der englischen Brust weg«nimmt, dann, glaube ich, würde man hier sehrweit gehen, um deutschenWünschen entgegenzukommen/
Die auffallende Tatsache, daß nach so langer Pause undtrotz der früheren vergeblichen Versuche abermals ein, und zwardiesmal besonders ernster Anlauf gemacht wurde, zueiner Flottenverständigung zu kommen, dürfte verschiedeneGründe gehabt haben. Einmal hatte der Marokko -Fall 1911gezeigt, wie nahe man doch durch verhältnismäßig kleine Ur-sachen einer großen Katastrophe kommen konnte, wenn dieAtmosphäre des allseitigen Mißtrauens nicht beseitigt wurde,und deren Ursache sah man eben in England vorwiegend inden in regelmäßigen Perioden wiederholten neuen Rüstungen.Auch wußte man wohl, daß in Deutschland eine neue Flotten-vorlage bevorstand, die ihrerseits in England neue Unruheund ebenfalls neue Ausgaben für erhöhte Rüstungen zur Folgehaben mußte. Das liberale Kabinett aber hätte sich lieber fried-lichere Lorbeeren erworben. Endlich war im Oktober 1911Winston Churchill erster Lord der Admiralität geworden, undda Churchill als keineswegs deutschfeindlich galt, so mochte sichan den Beginn seiner Tätigkeit auch die Hoffnung knüpfen,daß die marinetechnischen Voraussetzungen für eine Ver-ständigung mit Deutschland unter seinem Regime herstellbarsein würden. Jedenfalls hatte Ballin, wie auch aus dem obig mBrief hervorgeht, die Hoffnung gehegt, daß Churchill zu einem