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Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
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ganzen Geist der deutschen Anregung ausgeführt wurde, daßdas neue deutsche Flottengeseh eine erhebliche undsofortige Erhöhung des englischen Flottenetats notwendigmachen würde, weil er auf der Annahme beruhe, daß dasdeutsche Flottenprogramm unverändert bleiben werde. Wennaber die britische Regierung gezwungen sei, eine solche Er-höhung des Flottenetats vorzunehmen, werde die angeregteVerhandlung schwierig, wenn nicht unmöglich sein. Anderer-seits würde man die deutschen Aufwendungen wohl durch einezeitliche oder irgend eine andere Veränderung so modifizierenkönnen, daß eine ernsthafte Vermehrung, um dagegen Front zumachen, nicht notwendig würde. Dann sei die britische Regierungbereit, sogleich die Verhandlungen sortzusehen in der Voraus-setzung, daß die Notenausgaben besprochen werden könntenund daß Aussicht (fair prospect") bestehe, zu einem gün-stigen Resultat zu kommen. Wenn das annehmbar sei, erachtedie britische Regierung einen privaten und nicht offiziellenBesuch eines englischen Ministers in Berlin für den nächstengeeigneten Schritt.

Ich kann nunmehr ohne Kommentar einige Dokumentefolgen lassen, die für sich sprechen. Zunächst einen BriefdesKanzlers an Ballin:

Berlin, den 4. 2. 1912.

»Verehrter Herr Ballin. Ich arbeite mit meinen Herren noch ander Fassung der Antwort und uxrde um 11 Uhr noch nicht fertig sein.Ich werde danach den Entwurf unmittelbar 2. M. zur Genehmigungvorlegen. Unter diesen Umständen erscheint es mir zweiselhast, ob eineRücksprache zwischen uns schon um 11 Uhr angezeigt ist. Ich nehmevielmehr an, daß ich Ihnen erst zwischen 12 und 1 Uhr etwas Bestimmtes