Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
266
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abkommen mit Deutschland fortzuführen, sobald sichdie erste Erregung über die Flottenvsrlage gelegt Habs, was wohlim Laufe einiger Monate der Fall sein könne. Die Zwischenzeitsolle man benutzen, alle Einzelheiten klarzustellen. 2 nBerlinaber betrachtete man die Verhandlungen alsabgebrochen, denn der Kaiser gab am is. März aufeine Mitteilung Ballins über seinen letzten Depeschenwechselfolgende telegraphische Antwort:

.Besten Dank für Brief. Die lebten Vorschläge, gleich nach IhrerAbreise eingetroffen, verlangten Unmöglichkeiten und waren in Formgeradezu so verletzend gehalten, daß sie rundweg abgelehnt worden sind.Dazu ist die unerhörte Rede Churchill's gekommen, die von manchem seinerLandsleute, wie von großem Teil der englischen Presse als ProvokationDeutschlands aufgefaßt worden ist. Mit Recht. Das agreementist dadurch von England gebrochen und erledigt. Verhandlungensollen auf ganz anderer Basis neu angeknüpft werden. Wo ist Ent-schuldigung für .Luxusflotte" in der Rede?!

Wilhelm I. k.

Diesen Abbruch der Verhandlungen bestätigte auchder Kanzlerin einem Brief an Herrn Ballin vom is. März:

.Verehrter Herr Ballin! Verbindlichen Dank für Ähren Briefvom 18. Ihr Freund hat Metternich dasselbe gesagt, was er Ihnendepeschierte. Winston Churchill's Rede hat nicht meinen Erwartungenentsprochen. Er scheint doch ein unverbesserlicher Hitzkopf zu sein. DieWchworlagen gehen wohl erst übermorgen an den Bundesrat, da an-er Militärvorlage noch im letzten Augenblick geändert wird. Gleich-zeitig wird ihr Inhalt veröffentlicht.

.Ich vermute, daß die Arbeit jetzt überhaupt für einige Zeit einePause erfährt. 2ie krankt daran, daßdieAufgabe innerlichunlöslich ist. Für Ihre treue Hilfe werde ich Ihnen stets aufrichtig