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kaufmännischen Standpunkt, und von diesem Standpunkt will «S mirseinen, daß es immer besser ist, einen Konkurrenten innerhalb gewisserGrenzen zu binden, als daß man ihm eine uferlose Expansion gestattet.Erst wenn ich die Überzeugung gewonnen habe, daß dieser Konkurrentaus finanziellen oder anderen Gründen nicht mehr mitkommen kann,würde er für mich eine Partei sein, über die ich einfach zur Tagesordnungüberginge.
,Die Ruffassungen des Fachmannes und des Kaufmannes gehenhier also auseinander. Ich darf deshalb diesen Gegenstand verlassen,ohne von den mir sehr beachtenswert erscheinenden Gedanken zu sprechen,die mir Winston Churchill gestern abend entwickelte. Wendenmöchte ich mich nur noch mit einem Wort gegen die Auffassung, daßdie Haldane'sche Mission damals nicht ehrlich gemeint gewescn ist. Nacheiner Unterhaltung, die ich vorgestern abend mit Sir Edward Grephatte, bin ich vom Gegenteil noch mehr überzeugt als ich es vorher war.2ch halte Grep für einen ernsten, ehrlichen und klugen Staatsmann.Und darin werden Sie ja auch mit mir übereinstimmen, daß jedenfallsdie Haldane'sche Mission die fast unerträglich gewordene Atmosphäreglücklich gereinigt hat, die zwischen Deutschland und England bestand."
Welche Auffassung die richtigere war, die des Kaufmannsoder die des Marinetechnikers, darüber hat inzwischen wohldie Geschichte entschieden.
Aber die weitere Entwicklung der Dinge bis zum Kriege istnicht mehr viel zu berichten.
Das oben wiedergegebene Urteil des Kanzlers über die RedeChurchills vom 18. März 19:2 war wohl auf Grund dertelegraphischen Berichte abgegeben. Wenn man die Rede imvollen Wortlaut las, konnte man darin nichts Agressivesfinden, allerdings war sie eine völlig offene und ungeschminkteDarlegung der Rivalität der beiden Mächte im Zlottenbau.