Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
270
Einzelbild herunterladen
 

270

ein Korn Wahrheit, und das hatte wohl auch mit der Stellungder drei Erwähnten zur Englandfrage zu tun.

Aus der Umgebung des Kaisers schrieb man Ballin alsbaldnach dem Haldane'schen Besuch:

» -. , Was ich in stundenlanger Rolle als aufmerksamer Zuhörerin mich aufgenommen habe, ist der Eindruck, daß Ähre großzügigeAktion in den zünftigen Händen teils aus Ungeschick, teils aus bureau-kratischem Hochmut malträtiert wird, vor allem, daß wir den Augenblicknicht mutig beim Schöpf anfassen ..."

Die Konsequenz aus dem Ausgang der Lache zog auch baldnach dem Scheitern des hier ausführlich geschilderten letztenVerständigungsversuches der Botschafter Graf Metternich.Er hatte stets die Ansicht vertreten, daß ein Krieg Deutschlands gegen Frankreich und Rußland England auf der Leite unsererGegner finden werde, und den Anlaß zu seinem, mit demüblichen »Gesundheitszustand" motivierten Abgang gab einBericht, in dem er die Vermutung aussprach, daß eine Fort-setzung unserer Rüstungen uns spätestens 191Z den Kriegmit England bringen werde. Dieser Bericht soll eine sehrungnädige kaiserliche Randbemerkung erhalten haben. Darauszog der Botschafter, dem eine sehr selbständige Ansicht zueigen war, die Konsequenz. Er mochte sich umsomehr dazuveranlaßt fühlen, als der Fehlschlag der Haldane'schen Missionin konservativen Kreisen in England ein entsprechendes Echofand. Auch dort versäumte man nicht, auf die allein selig-machende Fortsetzung der Rüstungspolitik zu drängen und diedeutsche Unzuverlässigkeit ins grellste Licht zu setzen.

Auf den Grafen Metternich folgte als Botschafter Herr