Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
287
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an, Herzen liegende Einführung der Tiefladelinie auf deutschenSchiffen, die dann auch nicht lange darauf bei der Packet-fahrt, später allgemein, erfolgte.

Bei diesen Besuchen in Hamburg pflegte der Kaiser späterim Hause von Ballin, wo er bereits 1905 einen Besuch ab-gestattet hatte, ebenso wie 1904 dem neuen Verwaltungs-gebäude der Gesellschaft, zu frühstücken und bei dem Regatta-diner auf der Unterelbe eine Rede zu halten, in der sich ge-legentlich politische Andeutungen befanden. So 1908: »Mit-haben uns, trotzdem wir keine Flotte haben, wie sie sein soll,einen Platz an der Sonne erkämpft. Es wird nun meineAufgabe sein, dafür zu sorgen, daß dieser Platz an der Sonne

uns unbestritten erhalten bleibt. Ich kann mich als

Oberhaupt des Reiches nur über jeden Hanseaten, mag er ausHamburg, Bremen oder Lübeck sein, freuen, welcher hinaus-geht und mit weitem Blick neue Punkte sucht, wo er einenNagel einschlagen kann, um sein Rüstzeug daran aufzuhängen."1912 zitierte der Kaiser das Wort aus dem Lübecker Rats-keller: »Das Fähnlein ist leicht an die Stange gebunden, aberes kostet viel, es mit Ehren wieder abzunehmen." And 1914nach dem Ltapellaus des großen Dampfers »Bismarck" wurdedas Bismarck-Wort variiert: »Wir Deutsche fürchten Gott,aber sonst Nichts und Niemanden auf der Welt!"

Auch die Kieler Woche war keineswegs frei von Politik,und der dauernde persönliche Verkehr, in den dabei Ballinmit dem Kaiser geraten mußte, gab häufig Gelegenheit, auchseine Ansicht über politische Dinge zu hören. Es ist unterWilhelm II. viel von »unverantwortlichen Ratgebern" die