gehoben, aber ihr zweifellos auch, im Auslande wenigstens,geschadet. Denn es knüpfte sich daran der Glaube, daß dieGesellschaft große Vorteile von der deutschen Regierung habe,von ihr weittragend finanziell unterstützt werde, daß der Kaiserihr Großaktionär sei usw. Sicher hat dieser Ruf auch dazubeigetragen, daß, wie Ballin es ausdrückte, die Hamburg-Amerika Linie eines der Kriegsziele Englands wurde,sodaß z. B. die englische Regierung nach dem Kriege an ihregroßen Dampferlinien sogar die Frage gerichtet haben soll,warum sie nicht die Hamburg-Amerika Linie oder den Nord-deutschen Lloyd kauften! Das war, als es sich darum handelte,für die verkehrspolitische Eroberung des Kontinents nun auchdie entsprechende Organisation zu gewinnen. Daß diese Fragegestellt worden ist, ist durchaus möglich, ja, ich möchte glauben,wahrscheinlich, denn sie entspricht ganz der Auffassung, vonder die Bestimmungen des Versailler Friedens, soweit sie dieSchiffahrt betreffen, ausgingen, und ebenso der Auffassung,daß die deutsche Schiffahrt zu drei Vierteln ein Produkt deskaiserlichen Deutschlands sei und mit diesem vergänglich seinmüsse. Es gibt eben wohl kaum ein politisches Dokument inder Weltgeschichte, das Lebensnotwendigkeiten der Nationenin so vieler Hinsicht und so sehr verkennt wie der Frieden vonVersailles .
Die Annahme, daß Ballin jemals versucht habe, seineFreundschaft mit dem Kaiser einseitig zu seinem oder seinerGesellschaft Vorteil auszunutzen, stände übrigens auch in krassemWiderspruch zu der oft bewiesenen, in seiner ^Kompromiß-politik^ am deutlichsten zum Ausdruck kommenden Zähigkeit