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Die Weltwirtschaft machte in jenen Tagen überhauptden Eindruck, als sei alles auf den Kopf gestellt. Alle Börsenwaren geschlossen, es wurden keine Kurse notiert, in zahl-reichen Ländern waren Moratorien eingeführt, hatten Spar-kassen und Banken ihre Zahlungen eingestellt. Deutschland war von allen direkten Verbindungen mit dem überseeischenAuslande abgeschnitten, und mehr und mehr legte die schärferwerdende englische Zensur auch den Verkehr über die neutralenHäfen lahm. Die ausländischen Dampferlinien, soweit sie sichmit dem Passagierverkehr nach Amerika befaßten, machtenzunächst noch glänzende Geschäfte infolge der enormen Nach-frage nach Plätzen seitens der in Europa befindlichen Ameri-kaner, die alle nach Hause strebten. Zahlreiche K.jütspassa-giere mußten sich mit einem Platz im Zwischendeck begnügen.Im übrigen aber begann mit dem Welthandel auch dasReedereigeschäft zu stocken. Die Frachten fielen, und in derersten Zeit des Krieges wuchs die Zahl der aufgelegtenDampfer gewaltig. Der Weltverkehr war paralysiert.
Nach verhältnismäßig kurzer Zeit bereits zeigte es sich, daßdie Leitung des Reichseinkaufs von Hamburg aus zu schwierigwurde, weil der Verkehr mit dem Reichsschatzamt, das dieMittel zur Verfügung stellen sollte, zu zeitraubend war, undes dringend erwünscht erschien, auf eine Zusammenfassung desEinkaufs im Auslande für die zivilen sowohl wie die militä-rischen Bedürfnisse hinzuwirken. Die Zustände in dieser Be-ziehung waren geradezu haarsträubend; wenn man mit Ab-sicht in dieser Zeit das Fundament für die berüchtigte „Kriegs-wirtschaft" hätte legen und das „Lchiebertum" großziehen