ZlZ
wollen, hätte man es kaum besser machen können. ZahlreicheEinkäufer der verschiedenen Stellen arbeiteten nicht nur unab-hängig voneinander, sondern direkt gegeneinander, und ver-teuerten sich gegenseitig die Preise zum Schaden der Allge-meinheit. Zweifellos sind diese Zustände, die einerseits her-vorgerufen wurden durch Mangel an Voraussicht, andererseitsdurch die unbeschränkte Verfügung, mit der die militärischenStellen über unbegrenzte Mittel verfügten, die Wurzel allesdessen gewesen, was wir später unter „Kriegswirtschaft" imüblen Sinne verstanden, und für das Rechenschaft zu fordern,der Kriegsausgang und der Umsturz unmöglich gemacht haben.
Um den Verkehr mit den maßgebenden Reichsstellen zuerleichtern und, soweit wie möglich, eine Zusammenfassungder Einkaufstätigkeit zu erreichen, wurde auf Ballins Rateine Verlegung des Reichseinkaufs nach Berlin beschlossenund der Lache eine feste Form durch die Umwandlung in eineG. m. b. H., die „Jentral-Einkaufs-Gesellschaft",gegeben. Die Geschichte der „I.E.G." ist ja bekannt, aller-dings ihr Bild auch „von der Parteien Gunst und Haß ver-wirrt". Denn auf ihr Haupt häufte sich die ganze Miß-stimmung, die in der deutschen Bevölkerung durch die währenddes Krieges als notwendig erachtete Zwangswirtschaft erzeugtwurde. Zum größten Teil aber zu Unrecht. Denn was dieBevölkerung schmerzlich empfand, war im wesentlichen dieVerteilung der Lebensmittel, mit der die „Z.E.G." so gutwie nichts zu tun hatte. Ihre Aufgabe war die Beschaf-fung der Lebensmittel aus dem Auslande. Daß dabei Miß-griffe und Versehen vorkamen, daß nicht überall die richtigen